Yearly Archives: 2009

Apollo Plus 40

von |20. Juni 2009|

Seit 18. Juni bloggt Nature News über die größte Leistung der Menschheit, gedenkt des 40-jährigen Jubiläums der bemannten Mondlandung und zeigt die Etappen der Vorbereitungen 40 Jahre zeitversetzt in einem eigenen Twitter-Account, ob das nun technische Meilensteine, politische Herausforderungen oder zugehörige Ereignisse sind, die vor 40 Jahren die Welt in Staunen versetzt haben.

(via Astrodicticum Simplex)

Maritimer Abfall: Eine weltweite Herausforderung!

von |9. Juni 2009|

Nachdem gestern der UN-Welt-Ozean-Tag über die Bühne gegangen ist, veröffentlichte das United Nations Environment Programme (UNEP) und die Ocean Conservancy am gleichen Tag auch einen Report über den weltweiten Ozeanmüll, der erstmals die Abfallsituation in den Weltmeeren zum Thema hat und ein mehr als düsteres Bild zeichnet.

Ocean-Conservancy-Präsidentin Vikki Spruill bringt es auf den Punkt:

Der Ozean ist unser Lebenserhaltungssystem. Er liefert viel von dem Sauerstoff, den wir atmen, von der Nahrung, die wir essen, und das Klima, das wir zum überleben brauchen. Dennoch bedroht Müll weiter seine Gesundheit.

Neues von der Klimafront

von |28. Mai 2009|

Drei Besonderheiten seien aus der alltäglichen Liste von Meldungen der Klimatologen und Klimaskeptiker herausgepickt:

Die US-amerikanische staatliche Energie-Informationsbehörde EIA befürchtet in einem aktuellen Bericht einen weltweiten Anstieg der CO2-Emissionen von 29 Milliarden Tonnen im Jahre 2006 auf über 40 Milliarden Tonnen im Jahre 2030, wenn von gegenwärtig bestehenden Gesetzen und Regulierungen ausgegangen wird.

Die Prognose der weltweiten CO2-Emissionen bis 2030.

Eine Gruppe um den Klimawissenschaftler Noah Diffenbaugh von der Purdue University in Indiana berechnete erstmals die Klimaänderungen in den USA in hoher Auflösung und sagt extreme Temperaturen für den nordamerikanischen Westen voraus.

Die Prognose extremer Hitzeperioden für die USA bis 2040.

Die Permafrostböden der Erde speichern etwa doppelt so viel CO2 wie sich aktuell in der Atmosphäre befindet (Schuur, E. A. G. et al. Bioscience 58, 701– 714 (2008)) und fungieren so als gefährliche Zeitbombe. Laut einer aktuellen Arbeit von Edward Schuur und Kollegen von der University of Florida könnte das Tauen in den arktischen Regionen der Erde bis zum Ende des Jahrhunderts Milliarden Tonnen von CO2 freisetzen.

Die Verteilung der Permafrostböden auf der Norhalbkugel der Erde.

Aberglauben bringt Unglück!

von |26. Mai 2009|

„Aberglauben bringt Unglück!“, so der Titel eines Kommentars auf den Zeitartikel über die jüngste Jahreskonferenz der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V. (GWUP), die unter den Aufmacher „Wissenschaft unter Beschuss“ das Übersinnliche auf dem Prüfstand hatte und Erklärungen dafür liefern sollte,

warum die Uhr stehen blieb, als Opa starb.

Oben erwähnter Zeitkommentator meint weiters:

Man sollte jedem zugestehen, eine gewisse Menge an Blödsinn zu glauben. Denken Sie doch bitte an die Löffelbieger, die Verschwörungs- und UFO-Theoretiker, die als drittklassige Autoren dafür sorgen, daß die staubigen Ecken in den Buchhandlungen doch noch etwas Gewinn abwerfen. Da der Unsinn vor allem in der Krise blüht entsteht so fast von alleine eine Bestandsgarantie für die […] Literatur.

[Dies alles] dient bestimmt einem höheren Zweck […]:

All diese Formen des Aberglaubens, der Pseudowissenschaft und des erfundenen Humbugs dienen der Abschreckung: auf diese Weise nimmt man unsere Spezies nicht ernst, und die Außerirdischen lassen uns in Ruhe.

Damit spricht er wohl den meisten Beobachtern aus der Wissenschaftsszene aus dem Herzen, auf der anderen Seite hat aber auch ein gewisser Lothar Thielmann nicht ganz unrecht, der da meint:

Rasch ist ein Mittelchen verschrieben
und das Unwohlsein vertrieben.
Gegen Nebenwirkungen dann
kommt ein andres Mittel dran.

Und das neue Mittel? Richtig!
Das zu wissen ist sehr wichtig,
hilft es gegen Kopfwehplagen,
schlägt es sicher auf den Magen.

Nun den Magen auskurieren,
doch das geht dann an die Nieren.
Spritzen hilft in diesem Falle,
und schon meldet sich die Galle.

Die behandelt man dann täglich,
bis das Kopfweh unerträglich.
In diesem Stadium hilft dann nur
eine ausgedehnte Kur.

Dort werden völlig ungeniert
neue Mittel ausprobiert.
So entstehn aus Kerngesunden
nach und nach des Arztes Kunden.

Enden wird der Kreislauf nie,
dank der Pharmaindustrie.
Für die sind letztlich die Gesunden
alles nur verlorne Kunden.

Neue Top-Level-Domain .tel mit DNS als Datenbank

von |25. Mai 2009|

Seit die neue Top-Level-Domain .tel am 24. März 2009 an den Start gegangen ist, sind 200.000 dieser eher exotischen Domains registriert worden. Erklärtes Ziel der Telnic-Registry: Die Kontaktdatensuche soll zukünftig von den Telefonbüchern und zugehörigen (Internet-)Diensten in die .tel-Domain verlagert werden.

Die Top-Level-Endung .tel bedeutet für den Endkunden nicht bloß wieder mal eine weitere Domain, sondern hat durch die Nutzung von speziellen Resource Records des „Domain Name System“ DNS (RRs) und damit eines der wohl wichtigsten Dienste im Internet eine besondere Bedeutung:

Resource Record „Naming Authority Pointer“ (NAPTR, RFC 3403): Ablage verschiedener Kontaktdaten in vordefinierten Enumservices, deren Standardliste um weitere .tel-spezifische Einträge erweitert wurde.
Resource Record „Location“ (LOC, RFC 1876): Ablage von geographischen Koordinaten.
Resource Record „Text“ (TXT, RFC 1464): Ablage von Textbausteinen wie Name, Anschrift, Postleitzahl und Formatierungsanweisungen.
Resource Record „Address“ (A, RFC 1035): Ablage von IP-Adressen im herkömmlichen Sinne, um den Sinn der neuen Domain nicht vollständig zu verschleiern.

Ein zugehöriges Video veranschaulicht ganz deutlich die „Vorteile“ der tel-Domain:

Die RRs für die Domain Ben.tel aus dem Video sind exemplarisch gesetzt.

Ob der Besitzer von Suedtirol.tel in alter Grabber-Manier die Domain einfach mal registriert hat, ohne sich über die zugehörigen Umstände zu informieren oder später wirklich Durnwalders Nummer hinterlegen will, sei dahingestellt.