Yearly Archives: 2009

Deutsches Atomprogramm steckte in den Kinderschuhen

von |10. Juli 2009|

Aktuelle Untersuchungen am Karlsruher Institut für Transurane (ITU) legen nahe, dass das deutsche Atomprogramm im Zweiten Weltkrieg rund um die deutschen Physiker des „Uranvereins“ doch nicht so weit gediegen war wie die Medien oft vermuten lassen. Forscher um den Chemiker Karl Mayer haben die drei existierenden Uranproben aus der damaligen Zeit (eine Uranplatte aus dem Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg, einen Uranwürfel aus dem Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter und ein Bruchstück eines weiteren Uranwürfels aus dem Atomkellermuseum in Haigerloch) genauer unter die Lupe genommen und sind zum Schluss gekommen, dass der Versuchsreaktor wohl nie kritisch wurde, da keine nennenswerten Spuren von Zerfallsprodukten zu finden sind.

Uran-Würfel mit 2,5 cm Kantenlänge.

Dies ist wohl auch auf den Mangel an schwerem Wasser und die ungünstige Zylinder-Anordnung zurückzuführen, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die deutsche Industrie mit der Uranproduktion nicht nachkam. Als Übergangslösung wurden die Platten aus Heisenbergs Reaktorkonzept in Würfel zersägt, um den vielversprechenderen Ansatz von Diebner zu testen, bei dem eine Anordnung von insgesamt 664 Uranwürfeln in ein Becken mit schwerem Wasser versenkt wurde. Wo die 659 von den Amerikanern in Haigerloch erbeuteten Würfel gelandet sind, blieb bislang im Dunkeln.

Innenansicht des Atomkellermuseums in Haigerloch (mit freundlicher Genehmigung von Egidius Fechter).

NASA-Satellit ICESat zeigt dramatischen Eisschwund in der Arktis

von |8. Juli 2009|

Der Ice, Cloud and and Elevation Satellite, kurz ICESat der NASA zeigt den Eisverlust in der Arktis besonders dramatisch. In einer aktuellen Veröffentlichung im Journal of Geophysical Research-Oceans wird die Verdünnung der Eisdecke zwischen den Wintern der Jahre 2004 und 2008 erläutert, zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen wurde das ältere dickere Eis durch saisonales ersetzt. Die neuen Daten sind somit ein weiterer Beleg für den aktuellen raschen Wandel in den Eisdecken der Arktis.

Visualisierung der Eisdicke in der Arktis: Von 2003 bis 2008 ist eine Abnahme der Schicktdicke erkennbar (dickstes Eis: weiß, 4 bis 5 m dick, dünnstes Eis: dunkelblau, 0 bis 1 m dick).

UNESCO ernennt Dolomiten zum Weltnaturerbe

von |30. Juni 2009|

Bei der 33. Sitzung des World Heritage Committee der UNESCO sind neben 11 neuen kulturellen Denkmälern (World Heritage Cultural Site) auch 2 neue Naturdenkmäler (World Heritage Natural Site) in die Liste des Welterbes eingetragen worden: das Wattenmeer in Deutschland/Niederlande und die Dolomiten in Italien. Die offizielle Beschreibung für die Dolomiten liest sich folgendermaßen:

Die Dolomiten (Italien) bezeichnen eine Bergkette in den norditalienischen Alpen mit 18 Gipfeln, die sich teilweise über 3.000 Meter erheben und eine Gesamtfläche von 141.903 ha einnehmen. Sie verfügen über einige der schönsten Gebirgslandschaften weltweit, mit senkrechten Wänden, steilen Klippen und einer hohen Dichte von schmalen, tiefen und langen Tälern. Das über neun Bereiche verteilte Gebiet der Dolomiten zeigt eine Vielfalt von spektakulären Landschaften von internationaler geomorphologischer Bedeutung, für welche eine Vielfalt von Türmen, Zinnen und Felswänden, glazialen Landschaftsformen und Karst-Systeme kennzeichnend ist. Für die Dolomiten sind aber dynamische Prozesse mit häufigen Erdrutschen, Überschwemmungen und Lawinen ebenso charakteristisch wie deren Beispielhaftigkeit für den Erhaltungsgrad der mesozoischen Karbonat-Plattform-Systeme mit fossilen Spuren.

Der französische Geologen Déodat de Dolomieu wäre von dem Ritterschlag wohl ebenso angetan wie wir es sein dürfen.

Als Beweis für die künstlerischen Qualitäten von Mutter Natur kehren wir nun nach den Beispielen an Hand des Saturns und des Mars wieder auf die Erde zurück:

Markante Strukturen der Dolomiten.

Der Club of Rome schlägt wieder zu: Solar- und Windstrom mit DESERTEC

von |23. Juni 2009|

37 Jahre nach der vielbeachteten und kontrovers diskutierten Studie zur Zukunft der Weltwirtschaft „Die Grenzen des Wachstums“ (englischer Originaltitel: „The Limits to Growth“) holt der Club of Rome zu einem neuerlichen Rundumschlag aus und will im Kontinente umspannenden Großprojekt DESERTEC Perspektiven einer nachhaltigen Stromversorgung für Europa, den Nahen Osten und Nordafrika mit Solar-, Geothermie- und Windstrom bis zum Jahr 2050 schaffen und fossile Brennstoffe zur Notfallreserve degradieren.

Folgendes Zitat von Dr. Gerhard Knies von der Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation (TREC) und ebenfalls Club-Of-Rome-Mitglied, dient als Arbeitsgrundlage:

Die Wüsten der Erde empfangen in 6 Stunden mehr Energie von der Sonne, als die Menschheit in einem ganzen Jahr verbraucht.

Ein Zusammenfassung der Arbeitshypothesen lässt sich wie folgt lesen:

Erneuerbare Energie ist auf der Erde im Überfluss vorhanden.
DESERTEC will die größte Quelle, Solarenergie aus den Wüsten der Erde, weltweit nutzbar machen.
Mehr als 90% der Weltbevölkerung wohnen weniger als 3.000 km von den Wüsten entfernt und können sauberen Wüstenstrom erhalten.
DESERTEC bietet eine integrierte Lösung für eine Reihe von globalen Kernproblemen der kommenden Jahrzehnte: Energiemangel, Wassermangel, Nahrungsmittelknappheit und Klimawandel.
Die Umsetzung kann sofort beginnen, da alle notwendigen Technologien vorhanden und erprobt sind.

Kernidee des DESERTEC-Konzeptes ist es, im Nahen Osten (engl. Middle East) und Nord-Afrika (abgekürzt MENA) mittels solarthermischer Kraftwerke und Windparks die Stromerzeugung zu forcieren und den sauberen Strom dann über HVDC-Leitungen (High Voltage Direct Current, Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) in diese Gebiete zu bringen, ab 2020 soll dann Europa versorgt werden (abgekürzt EUMENA).

Infrastruktur-Schema für das DESERTEC-Konzept zur eine nachhaltige Stromversorgung in Europa, dem Nahen Osten und Nord-Afrika.

Unbedingt bedenkenswert auch der Schlusssatz des Red Papers:

Rechtzeitiger Klimaschutz ist der ultimative Intelligenztest der Spezies Mensch.

Zeitliche Variation der fundamentalen dimensionslosen Konstanten Pi

von |21. Juni 2009|

Robert J. Scherrer von der arXiv.org veröffentlichten sympathischste aller Naturkonstanten Brane versteht, die in einen 5-dimensionalen „Bulk“ eingeschlossen ist.

Geometrische Verzerrung durch das Lecken von Pi in eine höhere Dimension.

Die sich ergebende geometrische Verzerrung kann sogar an den Rädern von fahrenden Transportmitteln wie z. B. Autos gesichtet werden. Weitere Untersuchungen haben gezeigt, dass der Effekt zu einer beschleunigten Expansion des Universums führen kann.

(via physikBlog)