Pünktlich zum 20. Juli 2010, dem Weltraumforschungstag, an dem an die erste bemannte Mondlandung am 20. Juli 1969 sowie an die erste unbemannte Marslandung am 20. Juli 1976 gedacht werden soll, bringt das hiesige “Livestyle-Magazin” “In Südtirol” in der aktuellen Ausgabe 28 vom 15. Juli 2010 eine Sammlung von Fakten zur Weltraumforschung. Die Idee ist ja prinzipiell gut, beim Friseur sitzenden Kunden mehr als nackte Haut und schnelle Autos, trendige Handys oder Tratsch und Klatsch zu bieten, nur die Recherche sollte etwas besser durchgeführt werden. Von den gut 12 präsentierten Fakten sind 2 eindeutig falsch, einer ist zumindest maßlos ungenau.
Die folgenden Bilder zeigen, was passiert, wenn man veraltetes Schulwissen ohne Gegenprüfung als Wahrheit verkauft und Jahreszahlen verdreht:
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| Das Alter des Universums ist mit 13,75 Milliarden Jahren doch um einiges genauer bekannt. |
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| Zugegeben: Die Anzahl der Planeten im Sonnensystem ist eine reine Definitionssache. Dass Pluto 2006 zum Zwergplanet degradiert wurde, das Sonnensystem somit nur mehr 8 Planeten besitzt, ist aber weit über die Grenzen der IAU hinaus bekannt geworden. |
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Auf den Tag genau vor 15 Jahren hat Astronomy Picture of the Day das Licht der Welt erblickt. Robert Nemiroff und Jerry Bonnell stellen seitdem täglich ein Astronomie-Bild samt Beschreibung vor und nehmen damit meist auf ein aktuelles Ereignis in der Astronomie und Weltraumforschung Bezug.
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| 15 Jahre Astronomy Picture of the Day: Der Astronom als Bildmosaik aus Astronomie-Bildern, Jan Vermeer, 1668, Louvre. |
Maria Pflug-Hofmayr macht seit 2007 das Astronomy Picture of the Day mit einer übersetzten Version tagtäglich auch einem deutschen Publikum zugänglich.
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Pünktlich zur 20-Jahrfeier des Hubble Space Telescope veröffentlichte die NASA ein spektakuläres Bild des Carina-Nebels NGC 3372, das in seiner Detailreiche wohl beispiellos ist und eine ähnliche Abbildung des Adlernebels M16 (Pillars of Creation) aus dem Jahre 1995 deutlich übertrifft.

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Andreas Fuls vom Institut für Geodäsie und Geoinformationstechnik der Technischen Universität Berlin bietet schon seit nunmehr gut 2 Jahren einen Aufschub für den Überlauf des Mayakalenders. In seinem Buch “Die astronomische Datierung der klassischen Mayakultur” beschreibt er eine alternative Datierung der mittelamerikanischen Mayakultur.
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| Version des Dresdner Kodex von Version von Ernst Förstemann (1880). |
Noch heute erhaltene Kalender und Monumente geben laut Fuls nicht nur Auskunft über banale Dinge wie Herrscherwechsel, religiöse Feste oder Kriege, die naturgemäß schwer gegengeprüft werden können. Sonnen- und Mondfinsternisse, Sonnenstand, Mondalter und Venussichtbarkeit sind in den Niederschriften genauso erhalten und lassen sich viel leichter zeitlich absolut einordnen. Basierend auf dem Dresdner Kodex soll sich damit eine Zeitverschiebung von 208 Jahren in Bezug auf die klassische Maya-Chronologie ergeben.
Der in Esoterikkreisen gehandelte Weltuntergang 4 Ahau 3 Kankin am 21. Dezember 2012 könnte somit einen massiven Aufschub erfahren und neurotisches Futter bieten, wenn die Erde das Jahr 2012 problemlos überstehen sollte.
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Seit seiner Entdeckung im Jahr 2004 hat der Asteroid (99942) Apophis mit der alternativen Bezeichnung 2004 MN4 einiges an Furore gemacht.
In einer aktuellen Mitteilung hat die NASA die Einschlagwahrscheinlichkeit für den Tag der größten Erdnähe am Freitag den 13. April 2029 nun von 1:45.000 auf 1:250.000 herabgesetzt. Damit ist die ursprüngliche vermeintliche Gefahr eines Zusammenstoßes mit 2,7 % Wahrscheinlichkeit massiv entschärft worden, auch wenn der Himmelkörper der Erde mit 29.450 km kosmisch gesehen doch sehr nahe kommt.
Leider besteht auch eine geringe Chance, dass Apophis bei seiner übernächsten Wiederkehr im Jahr 2068 erneut zur Bedrohung wird.
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| Der Asteroid Apophis in einer aktuellen Aufnahme. |
Andere Ausprägungen der Gattung Apophis sind da eindeutig gefährlicher.
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