Yearly Archives: 2009

Kommando retour: Österreich bleibt beim CERN

von |19. Mai 2009|

Die ganzen Proteste haben nun scheinbar doch genützt: Bundeskanzel Faymann besinnt sich wohl seiner Namensverwandschaft mit Richard Feynman, einem der großen Physiker des 20. Jahrhunderts, verweist auf die Reputation des Landes, die es weltweit zu wahren gilt und stellt sich gegen einen Austritt vom CERN.

Christian Fabjan, Direktor des Instituts für Hochenergiephysik und Professor für Teilchenphysik an der TU Wien, meint dazu:

Das ist ein großer Tag für die österreichische Wissenschaft, aber gleichzeitig auch eine Aufforderung an die österreichische Teilchenphysik, den Standort Cern noch effizienter zu nützen, effizienter nicht nur in Sachen Forschung, sondern auch Ausbildung, Technologietransfer und Rückfluss für die heimische Wirtschaft.

womit er wohl tausenden Leidensgenossen aus der Seele spricht.

(via Astrodicticum Simplex)

WolframAlpha: Auf dem Weg zum spannenden Wissenswerkzeug?

von |18. Mai 2009|

Nachdem das „Wunderkind“ Stephen Wolfram nun vor gut 2 Monaten WolframAlpha auf seinem Blog angekündigt hat, ist die „berechnende Wissensmaschine“ (Computational Knowledge Engine) nun seit genau 2,32 Tagen online und sorgt für gehörig Furore auf den einschlägigen Blogs.

Als vermeintlicher Google-Killer lässt man die Anwendung vielerorts gegen den Suchmaschinenprimus antreten und wird damit der eigentlichen Bestimmung nicht ganz gerecht. Auch wenn einem Wolframs „A New Kind of Science“ sauer aufstößt und ein repräsentativer Querschnitt von bloggenden Wissenschaftlern dem Ganzen nur unter Vorbehalt Positives abgewinnen kann, liefern wir hier 3 Antworten auf Suchanfragen, die durchaus überzeugend sind:

1. Die grundlegendste aller Fragen: Existiert Gott?

Additional functionality for this topic is under development…

2. Die weitreichendeste aller Fragen: Was ist das Leben, das Universum und alles? („life, the universe and everything“)

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3. Die banalste aller Fragen: Wie ist das Wetter in Bozen/Südtirol?

Weather | Bolzano, Trentino-Alto Adige, Italy

Immerhin liefert die 3. Frage die Zusatzerkenntnis, dass seit Beginn der verwendeten Aufzeichnungen mit -26 °C die tiefste Temperatur am 1. Jänner 1966 und mit 40 °C die höchste Temperatur am 1. Juni 1987 gemessen wurde.

Die historischen Temperaturen im Monatsmittel für Bozen seit ca. 1940.

Außerdem zeigt der Temperaturverlauf der Monatsmittel einen ansteigenden Trend von 1 °C in 15 Jahren, wobei der 18. Mai 1998 mit -1 °C der kälteste und der 18. Mai 1953 mit 31 °C der wärmste 18. Mai der Aufzeichnungen ist.

Die historischen Temperaturen für den 18. Mai in Bozen seit 1940.

Unser Fazit: Die Ansätze sind erfrischend neu und vielversprechend, das Potential enorm!

Wackelt die Standardtheorie der Kosmologie?

von |12. Mai 2009|

Pavel Kroupa und Manuel Metz vom Argelander Institut für Astronomie der Universität Bonn, Gerhard Hensler und Christian Theis vom Institut für Astronomie der Universität Wien sowie Helmut Jerjen von der Research School of Astronomy and Astrophysics der Nationaluniversität Australiens in Canberra könnten das Gebäude der kosmologischen Standardtheorie zum Wackeln bringen: 2 neue Studien (Metz et al.: Did the Milky Way dwarf satellites enter the halo as a group? The Astrophysical Journal 2009, Metz et al.: Discs of Satellites: the new dwarf spheroidals. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society 2009) untersuchen die sogenannten Satellitengalaxien der Milchstraße, die gemäß Standardtheorie als Zwerggalaxien mit teilweise nur ein paar tausend Sternen zu Hunderten in der Umgebung der meisten großen Galaxien vorkommen sollten.

Die neuen Befunde zeigen dreierlei:

Die Verteilung der Sternagglomerate stimmt nicht mit der Vorhersage überein, anstatt einer gleichförmigen Anordnung um die Muttergalaxie liegen sie in einer Scheibe.
Die meisten Satelliten rotieren in derselben Richtung um die Milchstraße. Dieser Befund lässt sich nach den Autoren nur durch ein Enstehen bei einer Kollision junger Galaxien vor langer Zeit erklären.
Die Sterne in den Satelliten bewegen sich viel schneller, als es ihnen den Berechnungen nach vergönnt ist.

Hier nun sollte eigentlich die Standardausrede „Dunkle Materie“ in Spiel kommen, die sich aber verbietet, wenn die Satelliten im obigen Crash-Szenario entstanden sind.

Also würde die aktuelle Studie als Stütze für die “modifizierte Newtonsche Dynamik” (MOND) durchgehen, die in Bereichen von Galaxien extrem schwacher Beschleunigung herrschen könnte.

Ob hier der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wird, sollte die Zukunft zeigen.

50 Jahre sind genug: Österreich verlässt uns!

von |8. Mai 2009|

Mit „Hunting the Higgs“ ist es bei unseren nördlichen Nachbarn jetzt wohl vorerst vorbei: nach 50 Jahren will man sich nun die jährlichen 16 Millionen Euro Mitgliedsbeitrag sparen und sich vor zweifelhaften LHC-Diskussionen aller Art drücken. Wenn dann das erste schwarze Loch entsteht, wird es sich wohl als erstes Österrreich vorknöpfen…

(via Astrodicticum Simplex)

Mars, der Wüstenplanet

von |8. Mai 2009|

Nachdem wir schon vor einiger Zeit die künstlerischen Qualitäten von Mutter Natur am Beispiel Saturn vor Augen geführt haben, ist nun der Mars an der Reihe. Die NASA-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter gibt uns mit der hochauflösenden HiRISE-Camera atemberaubende Einblicke in unseren planetaren Nachbar. Als trockener und eisiger Planet zeigt er uns alle von der Erde bekannten Dünenformen und auf Grund der Kombination einer dünnen Atmosphäre mit niedrigen Temperaturen auch noch ein paar mehr:

Dünen und andere Oberflächenstrukturen auf dem Mars (alle Bilder © NASA/JPL/University of Arizona).