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Ankündigung Freitagsalon März 2012: „Es lebe der Sport“

von |28. März 2012|

Der nächste Freitag-Salon findet am 30. März 2012, um 21.00 Uhr im Hotel Elephant (in der Hausbar im ersten Stock) statt.

Das Thema lautet: „Es lebe der Sport“

Sport übt eine große Faszination auf viele Menschen aus. Das ist sicherlich einer der Hauptgründe für die Ausmaße, die der Sportbetrieb mittlerweile angenommen hat. Dahinter steht weiters ein großes Business, das keine geringere Triebfeder darstellt.

Es gibt aber auch kritische Stimmen, die beanstanden, dass die Leistungssportler einem geradezu unmenschlichen Druck ausgesetzt sind, dass sie ihre Kindheit und Jugend opfern usw. Wie weit ist die wirtschaftliche Dimension in diesem Bereich gerechtfertigt? Auch die hohen Gehälter und Werbeeinnahmen, die gewisse Spitzensportler kassieren, werden in einer Zeit wie dieser immer häufiger in Frage gestellt.

Peter Peres, Pressesprecher des Damenfussballvereins CF Südtirol Fussball Damen und Bruder einer Ex-Skirennläuferin (Bibiana Peres, Siegerin von fünf Weltcuprennen), wird uns auf all diese Fragen Einiges zu berichten wissen.

Freitagsalon Brixen Februar 2012: Die Justiz in Italien – reale und erfundene Probleme

von |22. März 2012|

Bereits in der Einführungsrunde wurde von den Diskussionsteilnehmern vor allem die langen Prozessdauern gebrandmarkt. Wenn jemand mit der Justiz zu tun kriegt und seine Lage von einem Gerichtsurteil abhängt, dann ist er arm dran. Andererseits ist dieses System für jene von Vorteil, die sich womöglich effektiv etwas zu Schulden haben kommen lassen, aber durch Verjährung sich aus der Affäre ziehen können. Die Sache hat nur einen Hacken; die Verjährung kommt nur jenen zu Gute, die sich lange Prozesse leisten können und über das nötige Kleingeld verfügen, um eine Schar exzellenter Rechtsanwälte durchzufüttern und bei guter Stimmung zu halten. Es herrscht die Meinung vor, dass letztlich derjenige Recht bekommt, der sich die besten Rechtsanwälte leisten kann und dass Änderungen in diesem eingefahrenen System nicht in Sicht sind. Möglicherweise braucht es auch im Justizwesen eine übergeordnete Instanz (wie es bei den Staatsfinanzen die EU ist), um notwendige Reformen und Verbesserungen in der italienischen Gerichtsbarkeit voran zu bringen.

Axel Bisignano, stellvertretender Staatsanwalt beim Gericht in Bozen, widersprach diesen Ausführungen nicht. Er wies weiters auf so manch anderen Misstand hin; Probleme die auf Missfunktionen im Justizsystem selbst zurückzuführen sind und die teilweise in der Bevölkerung weniger bekannt sind.

 

Zuallererst hat Bisignano uns die wichtigsten Merkmale des italienischen Justizsystems beschrieben.

In Italien herrscht vollkommene Gewaltenteilung, die Gerichtsbarkeit ist unabhängig von der Politik und dies ist in der Verfassung so verankert. Die Richter verwalten sich selbst durch den Obersten Richterrat, dessen Zusammensetzung nicht die Politik, sondern die Richter selbst bestimmen. Die Karrieren der Richter und Staatsanwälte sind nicht getrennt. Der Staatsanwalt ermittelt und beantragt daraufhin die Einleitung des Verfahrens oder auch nicht. Im Verfahren hat dann der Richter die Aufgabe, über den Fall zu urteilen an Hand der Informationen und Eingaben von Seiten des Staatsanwaltes und des Verteidigers.

Darauf hin ging Bisignano über, die wichtigsten Gründe auszuführen, warum das […]

Klimawandel – Schadenssumme Ozean: 2 Billionen Dollar

von |21. März 2012|

Dass ansteigende Meere Kosten verursachen, wissen wir spätestens seit den Griechen, die etliche Ausleger von Küstenstädten am Mittelmeer räumen mussten, weil sich der Meeresspiegel erhöht hatte. Das Stockholm Environment Institute in Schweden hat den Versuch gewagt, den Schaden zu beziffern, welchen der Klimawandel in den Ozeanen anrichten wird. Ausgehend von einem Temperaturanstieg von 4 °C bis 2100 würden demnach Kosten von 2 Billionen Dollar (1.000.000.000.000 = 1012) entstehen. Diese beinahe unvorstellbar hohe Schadenssumme errechnet sich aus den wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Fischerei, den Tourismus und die Küsten ebenso wie aus der kompromittierten Fähigkeit des Meeres, Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu absorbieren und damit dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Nach Kevin Noone, einem Ko-Autor des Berichtes, ist dieser Betrag noch lange nicht der zu erwartende Schaden des Worst-Case-Szenarios. Andere Auswirkungen wie Arten, die aussterben werden, wenn ihre Lebensräume verloren gehen, lassen sich monetär nicht unmittelbar abschätzen. Vom obigen Betrag ließen sich 1,4 Billionen Dollar retten, wenn wir die Temperaturerhöhung auf 2 °C bis 2100 beschränken könnten.

Ankündigung Freitagsalon Februar 2012: „Die Justiz in Italien – reale und erfundene Probleme“

von |21. Februar 2012|

Der nächste Freitag-Salon findet am 24. Februar 2012, um 21.00 Uhr im Hotel Elephant (in der Hausbar im ersten Stock) statt.

Thema: „Die Justiz in Italien – reale und erfundene Probleme“

Diese Abneigung gegenüber der Justiz hat nicht nur damit zu tun, dass bei den meisten Menschen die Liebe zum Streiten sich in Grenzen hält, sondern vor allem auch damit, dass die Wege bei Gericht in vielen Fällen sehr mühsam, aufwendig und äußerst zeitaufwendig sind.

Warum das so ist, ob das so sein muss oder ob es Wege aus dieser Lage gibt, darüber haben wir am Freitag die Gelegenheit, mit dem Staatsanwalt Axel Bisignano zu diskutieren.

Wenn der Hang rutscht: Neues zur Auslösung von Lawinen

von |15. Februar 2012|

Beinahe wöchentlich erreichen uns Nachrichten von verunglückten Skitorurengehern oder Skifahrern, die mehr oder weniger leichtsinnig das eigene Leben ebenso wie jenes ihrer Retter aufs Spiel setzen. Man verweist gerne auf die eigene Erfahrung und die Berufung auf aktuelle Veröffentlichungen von Lawinenwarndiensten, naturgemäß können derartige Angaben aber nur tendenziell befolgt und die zugehörigen Gefahreneinschätzungen nicht immer problemlos auf die individuelle Siutation übertragen werden. Im Zusammenhang mit einer Überschätzung der eigenen Urteilsfähigkeit kommt es somit auch für erfahrenste Tourengeher immer wieder zu tödlichen Unfällen.

Lawinenabgang mit Todesfolge: Massives Schneebrett, das von 2 Tourengehern bei Gefahrenstufe 4 ausgelöst wurde.

Seit nunmehr mehreren Jahrzehnten glaubte die Schneeforschung dem Scherriss-Modell, welches von einer schwachen obersten Schicht einer Schneedecke ausgeht, die lokal ins Rutschen kommt und als Schneebrett abgeht. Diese etablierte Ansicht scheint nun ins Wanken zu geraten: Einige Forscher am Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) geben einer fundamental anderen These den Vorzug, welche sogenannte Antirisse für den Lawinenabgang verantwortlich macht (J. Heierli et al.: Der Knall im Lawinenhang. Die Ursache von Schneebrettlawinen, Physik in unserer Zeit 41, 31 (2010); DOI: 10.1002/piuz.201001224). Laut Dr. Joachim Heierli gibt es Diskrepanzen zwischen dem Scherriss-Modell und den Beobachtungen im Feld. Demnach kommt es auch im flachen Gelände öfters zu Brüchen in der Schneedecke, obwohl unter diesen Umständen gar keine Scherrisse entstehen dürften. Die Scherkräfte sind dabei viel zu gering, um einen Riss zu verursachen. Darüber hinaus gelingt es dem Scherriss-Modell nicht, die ab und zu beobachteten Fernauslösungen zu erklären, wo Lawinen an einer anderen Stelle auftreten, also sie ausgelöst wurden (etwa im Hang über dem Skifahrer).

Die schwächere von zwei unterschiedlich starken Schnee-Schichten kollabiert, wenn sie gegeneinander gepresst werden. Dieser Antiriss setzt Energie frei, die […]