Das Thema hatten wir doch schon mal im Brixner Freitagsalon: Vor Kurzem hat Konrad die Ankündigung für die Dezember-Ausgabe online gestellt. Es geht um Esoterik, Gast des Abends ist Karin Wallnöfer, die schon mal zu ähnlichen Themen Stellung genommen hat. Die Tatsache, dass sie nun bereits das zweite Mal vorspricht, kann als Indizienbeweis für die erhöhte Affinität der Bevölkerung gegenüber derartigen Themen durchgehen. Man kann gespannt sein, ob diesmal auch der “kritische Verbraucherschutz vor scheinheiligen, nutzlosen und wirkungslosen Produkten, Therapien und Ideologien” angesprochen wird (Zitat: EsoWatch).

Wer hat Mut, den Abend etwas kontroverser zu gestalten und mit von der Partie zu sein?

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Thema: „Paranoia und Wahn“

Ich, für mich persönlich, kann sagen, dass ich Wahn nun ein bisschen weniger wahnsinnig sehe. Jeden von uns kann es treffen und es gibt ihn in allen Formen.

Das hat uns Edmund Senoner sehr anschaulich und lebendig dargestellt. Ein Prozent der Menschen erkranken mindestens einmal in ihrem Leben an einer Psychose. Heute wird eine solche Krise im Leben eines Menschen auch oft mit einem Nervenzusammenbruch, einer seelischen Krise oder Erschöpfung (verbunden mit Depressionen und Angstattacken) umschrieben. Es handelt sich in jedem Fall um eine Krankheit, die geheilt werden kann, so wie auch andere Krankheiten. Nach einigen Monaten klingen in der Regel die Zustände wieder völlig ab und es bleibt nichts zurück. Sie kann nur einmal auftauchen (bei ca. 20 % der Erkrankten), oder mehrmalig (40 – 50 %) oder auch chronisch sein (20 – 30 %). Bei Frauen manifestiert sie sich im Durchschnitt schon mit 18-23 Jahren, bei den Männern im Schnitt erst im Laufe des dritten Lebensjahrzehnts. Die paranoide Wahnstörung tritt nicht schleichend ein, sondern taucht relativ abrupt auf.

Geradezu beeindruckend war auch die schier unerschöpfliche Anzahl der verschiedenen Formen von Wahn:

  • Verfolgungswahn
  • Beziehungswahn
  • Schädigungswahn
  • Verarmungswahn
  • Schuldwahn
  • Unschuldswahn
  • Krankheitswahn
  • Nichtigkeitswahn
  • Devitalisierungswahn
  • Erfinderwahn
  • Eifersuchtswahn
  • Bedrohungswahn
  • Fremdbeeinflussungswahn
  • Liebeswahn
  • Querulantenwahn
  • Reichtumswahn
  • Untergangswahn
  • Verdammungswahn
  • Religiöser Wahn
  • Esoterischer Wahn

Der Größenwahn scheint eine besondere Stellung einzunehmen. Von diesem werden nämlich noch einmal verschieden Facetten unterschieden:

  • Politischer Wahn
  • Religiöser Wahn (als Heilsauftrag)
  • Wahnhafte Erhöhung der eigenen Person
  • Heilswahn
  • Weltverbesserungs- oder Welterneuerungswahn
  • Omnipotenzwahn

 

Schließlich gibt es auch noch den induzierten Wahn, wenn die Wahnvorstellungen einer Person von deren PartnerIn oder Kinder übernommen werden.

Bei einer Psychose oder einer Wahnerkrankung geht es um einen verstellten Bezug zur Wirklichkeit, um ein verändertes Denken und Wollen. Es wird eine zweite Wirklichkeit wahrgenommen; es geht umd Verrücktsein (ver-rückt in eine andere Welt).

Als Ursachen für eine Wahnerkrankung werden vor allem drei genannt:

  • Genetische Veranlagung
  • Organische Veränderungen (verursacht durch Drogen z.B.)
  • Stressige Lebenssituationen (betrifft bevorzugt Menschen, die Schwierigkeiten bei Problembewältigungen haben; diese tendieren dann auch dazu, sich in eine zweite Welt hineinzubegeben, auch mithilfe von Drogen)

Es gibt Orte oder Talschaften, die eine überdurchschnittliche Häufigkeit an Wahnerkrankungen aufweisen. Dies kann auf besonders traumatische Ereignisse zurückzuführen sein, die sich dort in jüngster Zeit oder auch bereits vor einiger Zeit ergeben haben. In Lüsen wird damit ein Brandereignis in Verbindung gebracht, bei dem das gesamte Dorf zerstört wurde.

Eine paranoide Wahnstörung ist, wie bereits erwähnt, heilbar. Eine medikamentöse Behandlung ist allerdings nicht sehr beliebt, da sie in der Regel mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden ist, wie Zittern, Schwitzen, Speichelbildung, oder starre Bewegungen.

In Bad Bachgard werden paranoide Fälle in der Regel nicht behandelt. Bei paranoiden Wahnerkrankungen ist es wichtig, dass der Betroffene die nötige Ruhe findet, er sollte sich vor allem mit sich beschäftigen, zu sich finden. In Bachgard hingegen ist gerade die Begegnung unter den Menschen sehr wichtig und das könnte im Fall von Paranoia eher kontraproduktiv sein.

In der Regel kann auch gesagt werden, dass mit dem Älterwerden Wahnattacken besser begegnet werden kann. Durch die Lebenserfahrungen nehmen die Lösungskompetenzen und –strategien sowie ganz allgemein die Lebensbewältigungskompetenzen zu.

Was auch nicht vergessen werden darf, ist die Tatsache, dass die Angehörigen in der akuten Phase der Krankheit mitunter stärker gefordert sind als der Betroffene selbst, der möglicherweise in seiner Welt des Wahns lebt und die Außenwelt gar nicht mehr so richtig wahrnimmt.

Wahnerkrankungen nehmen tendenziell zu. Das mag wohl auch damit zu tun haben, dass es heute ein allgemein anerkanntes, vorgegebenes Weltbild nicht mehr gibt und dass eine solide Bodenständigkeit bei den Menschen zunehmend abhanden kommt. Weltuntergangsstimmungen, Verschwörungstheorien, Depressionen verbreiten sich immer mehr, was in Zeiten der Krise, der wirtschaftlichen Unsicherheiten und der allgemein relativ wenig rosigen Zukunftsperspektiven nicht weiter verwunderlich ist.

Edmund kam dann auf die so genannte paranoide Persönlichkeit zu sprechen. Er begann mit den verschiedenen Persönlichkeitsstilen und erwähnte gleichzeitig, in welche Persönlichkeitsstörungen diese jeweils münden können:

  • gewissenhaft >>>>>>>>>>> zwanghaft
  • selbstbewusst >>>>>>>>>> narzisstisch
  • dramatisch >>>>>>>>>>>>> histrionisch
  • vorsichtig >>>>>>>>>>>>>> paranoid
  • sprunghaft >>>>>>>>>>>>> borderline
  • anhänglich >>>>>>>>>>>>> dependent
  • lässig >>>>>>>>>>>>>>>>> passiv-aggressiv
  • exzentrisch >>>>>>>>>>>>> schizotypisch
  • ungesellig >>>>>>>>>>>>>> schizoid
  • abenteuerlich >>>>>>>>>>> antisozial
  • aufopfernd >>>>>>>>>>>>> selbstschädigend
  • aggressiv >>>>>>>>>>>>>> sadistisch
  • sensibel >>>>>>>>>>>>>>> selbtsunsicher

Eine paranoide Persönlichkeitsstörung hängt mit einem vorsichtigen und wachsamen Persönlichkeitsstil zusammen. Edmund hat eine paranoide Person folgendermaßen charakterisiert:

  • wachsam
  • eifersüchtig
  • streitsüchtig
  • beleidigt
  • ständig zu Gegenschlägen bereit
  • wenig humorvoll
  • anklagend
  • misstrauisch
  • pseudoquerulant
  • unnachgiebig
  • rational
  • emotional kalt

Die Diskussion über die ganz normale Paranoia des Durchschnittsmenschen ist allerdings etwas zu kurz gekommen. Aber vielleicht wird lieber über die anderen gesprochen als über sich selbst.

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Der nächste Freitag-Salon findet am 30. Dezember 2011, um 21.00 Uhr im Hotel Elephant (in der Hausbar im ersten Stock) statt.

Das Thema lautet: „Esoterik“.

Esoterik ist in aller Munde. Es gibt eine Vielzahl von esoterischen Richtungen, Zirkeln, Praktiken und die Buchhandlungen sind voll von esoterischer Literatur. Was fällt nun aber genau in den Bereich der Esoterik und was nicht, wo verlaufen die Grenzen? Damit ihr euch schon mal im Vorfeld den einen oder anderen Gedanken zum Thema machen könnt, habe ich die Definition für Esoterik laut Wikipedia herausgesucht:

„Esoterik (von griechisch σωτερικός: esōterikós: „innere“) ist in der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs eine philosophische Lehre, die nur für einen begrenzten „inneren“ Personenkreis zugänglich ist – im Gegensatz zu Exoterik als öffentlichem Wissen. Andere traditionelle Wortbedeutungen beziehen sich auf einen inneren, spirituellen Erkenntnisweg, etwa synonym mit Mystik, oder auf ein „höheres“, „absolutes“ Wissen. Daneben wird der Begriff in freier Weise für ein breites Spektrum verschiedenartiger spiritueller und okkulter Lehren und Praktiken gebraucht.“

Karin Wallnöfer (Laurea in storia orientale, Expertin für chinesische Medizin, Shiatsu-Praktikerin) wird uns auf unserer Reise durch die esoterische Welt, die sie recht gut kennt, begleiten.

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Einst milde belächelt, dann heimlich kopiert und nun die Referenz? Die Statistiken jedenfalls sprechen eine eindeutige Sprache: Google Chrome wird fast genau 3 Jahre nach seinem Finalgang zum Marktführer und lässt alle anderen Mitbewerber hinter sich:

Source: StatCounter Global Stats – Browser Market Share

Google Chrome scheint alle Verluste Verluste des Jahres 2011 als Gewinne mitzunehmen, wir dürfen auf 2012 gespannt sein, wo Microsoft automatische Upgrades von IE6 und IE7 auf IE8 für Windows XP und von IE7 auf IE8 für Windows Vista und auf IE9 für Windows 7 vornehmen will.

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Beinahe unbeeinflusst von den kleinen Entscheidungen der Großen in Südafrika, welche sich in der Kunst der Blockade ob des drohenden Wachstumsstillstandes üben, ging vor ein paar Tagen eine Veranstaltung besonderen Kalibers über die Bühne. Das Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE) und das Berlin Manhattan Institut (BMI) haben zum finalen Skeptiker-Showdown in Sachen Klimawandel nach München geladen.

WWF: Stop Climate Change!

Georg Hofmann von Prima Klima fasst die Essenz der gesamten Skeptiker-Bewegung wunderbar zusammen.

Vor einiger Zeit ist der Versuch unternommen worden, die Skeptiker-Gilde in 3 Klassen einzuteilen, nämlich die Unwissenden, die Halb-Wissenden und die Falsch-Wissenden. Die EIKE-Konferenz nun scheint Hinweise darauf zu liefern, dass es zu einer weiteren Mutation gekommen ist, den Wahn-Wissenden. Wie ist es anders zu erklären, dass eine groteske These die andere jagt, Theorien erwähnt werden, deren “theoretischer” Unterbau erst später enthüllt werden soll, manisch-schizophrene “Forscher” über Ko-Leugner herziehen und Professoren auf Altenteil den anthropogenen Klimawandel als Ersatzreligion mit apokalyptischen Vorstellungen und Ablasshandel betrachten.

Patrick Illinger von der Süddeutschen Zeitung, einer der wenigen, der das Spektakel genauer analysiert hat, bringt es treffend auf den Punkt:

Nicht weniger als eine weltumspannende Verschwörung soll enthüllt werden. Den Klimawandel gilt es als riesige Lüge zu entlarven, eine drohende grün-sozialistische Weltdiktatur abzuwenden und die Menschheit von den düsteren Szenarien des Weltklimarats IPCC zu erlösen.

Zornige Leugner also, die Skepsis zum Selbstzweck erhoben haben, ein Kasperltheater der Chaoten, nichts anderes als despotisches Unkraut mit einem kategorischen Hang zum Verneinen wissenschaftlicher Erkenntnisse.

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