Monthly Archives: Februar 2012

Ankündigung Freitagsalon Februar 2012: „Die Justiz in Italien – reale und erfundene Probleme“

von |21. Februar 2012|

Der nächste Freitag-Salon findet am 24. Februar 2012, um 21.00 Uhr im Hotel Elephant (in der Hausbar im ersten Stock) statt.

Thema: „Die Justiz in Italien – reale und erfundene Probleme“

Diese Abneigung gegenüber der Justiz hat nicht nur damit zu tun, dass bei den meisten Menschen die Liebe zum Streiten sich in Grenzen hält, sondern vor allem auch damit, dass die Wege bei Gericht in vielen Fällen sehr mühsam, aufwendig und äußerst zeitaufwendig sind.

Warum das so ist, ob das so sein muss oder ob es Wege aus dieser Lage gibt, darüber haben wir am Freitag die Gelegenheit, mit dem Staatsanwalt Axel Bisignano zu diskutieren.

Wenn der Hang rutscht: Neues zur Auslösung von Lawinen

von |15. Februar 2012|

Beinahe wöchentlich erreichen uns Nachrichten von verunglückten Skitorurengehern oder Skifahrern, die mehr oder weniger leichtsinnig das eigene Leben ebenso wie jenes ihrer Retter aufs Spiel setzen. Man verweist gerne auf die eigene Erfahrung und die Berufung auf aktuelle Veröffentlichungen von Lawinenwarndiensten, naturgemäß können derartige Angaben aber nur tendenziell befolgt und die zugehörigen Gefahreneinschätzungen nicht immer problemlos auf die individuelle Siutation übertragen werden. Im Zusammenhang mit einer Überschätzung der eigenen Urteilsfähigkeit kommt es somit auch für erfahrenste Tourengeher immer wieder zu tödlichen Unfällen.

Lawinenabgang mit Todesfolge: Massives Schneebrett, das von 2 Tourengehern bei Gefahrenstufe 4 ausgelöst wurde.

Seit nunmehr mehreren Jahrzehnten glaubte die Schneeforschung dem Scherriss-Modell, welches von einer schwachen obersten Schicht einer Schneedecke ausgeht, die lokal ins Rutschen kommt und als Schneebrett abgeht. Diese etablierte Ansicht scheint nun ins Wanken zu geraten: Einige Forscher am Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) geben einer fundamental anderen These den Vorzug, welche sogenannte Antirisse für den Lawinenabgang verantwortlich macht (J. Heierli et al.: Der Knall im Lawinenhang. Die Ursache von Schneebrettlawinen, Physik in unserer Zeit 41, 31 (2010); DOI: 10.1002/piuz.201001224). Laut Dr. Joachim Heierli gibt es Diskrepanzen zwischen dem Scherriss-Modell und den Beobachtungen im Feld. Demnach kommt es auch im flachen Gelände öfters zu Brüchen in der Schneedecke, obwohl unter diesen Umständen gar keine Scherrisse entstehen dürften. Die Scherkräfte sind dabei viel zu gering, um einen Riss zu verursachen. Darüber hinaus gelingt es dem Scherriss-Modell nicht, die ab und zu beobachteten Fernauslösungen zu erklären, wo Lawinen an einer anderen Stelle auftreten, also sie ausgelöst wurden (etwa im Hang über dem Skifahrer).

Die schwächere von zwei unterschiedlich starken Schnee-Schichten kollabiert, wenn sie gegeneinander gepresst werden. Dieser Antiriss setzt Energie frei, die […]

Freitagsalon Brixen Jänner 2012: Perspektiven der Umweltbewegungen

von |15. Februar 2012|

In der Einführungsrunde wurde bereits sehr konkret auf verschiedenste Probleme, mit denen die Umweltbewegungen heute konfrontiert sind, hingewiesen; gleichzeitig wurden auch konkrete Wege aus der Krise aufgezeigt:

Verpolitisierung der Umweltbewegungen (vor allem durch die Grünen, aber auch andere Parteien haben die Umweltinteressen vereinnahmt, worunter sehr oft die Unabhängigkeit der Umweltbewegung gelitten hat)
Heterogenität der Umweltbewegungen, weshalb diese leider nicht immer am gleichen Strang ziehen
Nicht selten fallen Schlagwörter, wie Ökodiktatur und Ökoterrorismus, die insgesamt die Ökobewegung nicht gerade in ein gutes Licht rücken (Tendenzen in diese Richtung kann es möglicherweise geben, ausschlaggebend sind sie sicher nicht)
Unreflektiertes Leben macht sich immer mehr breit
Der Rückhalt der Umweltgruppen in der Gesellschaft ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurückgegangen
Das Auftreten wirtschaftlicher Schwierigkeiten lässt Umweltprobleme in den Hintergrund treten
Die soziale Komponente wird von Seiten der Umweltverbände zu wenig berücksichtigt
Umweltanliegen allein reichen nicht aus; soziale Forderungen und Aspekte des fairen und regionalen Wirtschaftens müssten verstärkt miteinbezogen werden
Dabei besteht aber die Gefahr, dass man sich übernimmt, da es schwer sein wird, in all diesen Bereichen gleichzeitig kompetent auftreten zu können
Ein ganzheitlicher Ansatz ist ein wichtiges Markenzeichen der Umweltbewegungen, diesem Anspruch müssen sie versuchen, auf welche Weise auch immer, gerecht zu werden

Klauspeter Dissinger widersprach diesen Ausführungen in keinster Weise.

Er gab zu allererst einen kurzen Überblick über die Entwicklung der Umweltbewegung:

Die sechziger und siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts waren die Zeit, in denen die großen, weltumspannenden Umweltverbände gegründet wurden (WWF, Greenpeace, auch der Club of Rom wies in dieser Zeit bereits auf die Grenzen des Wachstums hin, Anti-Atomkraftbewegungen entstanden und es war auch die Zeit, in der die politische Bewegung der Grünen aus der Taufe gehoben wurde).

Trotz dieses Aufblühens des Umweltgedankens traten in der Folge in der westlichen Wirtschaftswelt Politiker auf den Plan (Reagan und Thatcher), die einem äußerst aggressiven Kapitalismus und liberalem Wirtschaftssystem den Weg bereiteten. Dadurch kam die Ökobewegung […]

Interaktiv: Die Größenverhältnisse im Universum

von |8. Februar 2012|

Ein Fundstück der Extraklasse von Cary und Michael Hang: Das Universum von der Planck-Länge, den Branen und Strings bis zur beobachtbaren Größe als interaktiver Flash-Film:

Sicherheitsanalyse: WordPress gegen TYPO3, Joomla, Drupal und Co.

von |7. Februar 2012|

Philipp Krenn wagte sich an einen durchaus objektiven Vergleich aktueller Versionen der CMS-Systeme WordPress, Drupal, TYPO3, Joomla, MODX, ExpressionEngine und SilverStripe und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen.

Krenn verglich für alle obigen CMS-Systeme die in den Jahren 2010 und 2011 veröffentlichten Security-Issues, stellt Code-metrische Analysen an und vergleicht schließlich die Anzahl der Vulnerabilitäten pro 100.000 Zeilen Code:

Joomla und TYPO3 weisen die meisten Vulnerabilitäten auf, MODX die wenigsten. Drupal und ExpressionEngine liegen im unteren Feld, der Rest der Bewerber in der Mitte. Der Anteil der schwerwiegenden Sicherheitslücken an der Gesamtzahl der gemeldeten sowie die Gesamtzahl der gemeldeten zeigt das folgende Diagramm:

WordPress hatte in den vergangenen beiden Jahren nur eine ernste Sicherheitslücke, MODX und ExpressionEngine sind knapp darüber, von 45 Issues bei Drupal sind nur 3 potentiell gefährlich (Fehler im Diagramm!!), TYPO3 liegt abgschlagen auf dem letzten Platz.

Die vollständige Studie kann hier gefunden werden.