Monthly Archives: November 2011

Cop17/CMP7 in Durban: Anthropogen oder nicht, das ist hier nicht die Frage!

von |27. November 2011|

Es ist so weit und man trifft sich wieder mal, um über den Klimawandel und dessen Auswirkungen zu sprechen. Die Erwartungen sind auf einem Rekordtief, die Fesseln der US-amerikanischen und chinesischen klimapolitischen Geiselhaft enger denn je.

Die 17. „Konferenz der Parteien“ samt dem 7. „Treffen der Parteien“ hat wieder mal wenig Aussicht auf Erfolg, sind doch die weltweiten Probleme in Zeiten der Wirtschafts-, Finanz-, Euro-, Staatsschulden- und Regierungs-Krise größer als eine allerhöchstens wahrscheinlichkeitstechnisch fassbare Bedrohung in ferner Zukunft. Schließlich steigt der Pegel des Meeresspiegels weitaus langsamer als der Spread für Staatsanleihen. Da helfen Nachbesserungen in den Bedrohungsszenarios einschlägiger Klimawissenschaftler wohl ebensowenig wie der Appell an die Vernunft im Rahmen einer neutralen Behörde wie die International Energy Agency.

Menschen sind halt mal keine Pearson-Puppenspieler, die 100.000 und mehr Jahre in die Zukunft planen. Vielmehr erliegen wir als Herdentiere den Manipulationen und Drängen einiger weniger, die das Schicksal der Massen in ihren Händen tragen. Genau aus diesem Grund wird soviel passieren wie schon zahllose Male vorher, nämlich schlicht und ergreifend gar nichts!

Man kann es wagen, schon im Vorauss wieder mal Nick Harkaway aus „Die gelöschte Welt“ zu zitieren:

Der Baum des Unfugs wird mit dem Irrtum gewässert, und an seinen Zweigen reifen die Kürbisse der Katastrophe.

Fast könnte man darauf den Schnee der nächsten Winter verwetten!

EU-Schuldenpaket, Staatsbankrott und Rettung

von |24. November 2011|

Die aktuellen Nachrichten sind voll von Hiobsbotschaften, Panikmache, und Halbwahrheiten, der Euro, vor 2 Jahren noch die Währung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion mit Symbolcharakter und Referenz-Potential, wird nun schlecht geredet und kaputt spekuliert.

Das Merkozy-Gespann will Wege aus der Krise zeigen, Super-Mario den Italienern das Sparen lernen und Deutschland bleibt derweil auf seinen hochwertigen Staatsanleihen sitzen, dabei ist die Lösung doch so einfach:

Es ist ein trüber Tag in einer kleinen Stadt. Es regnet und alle Straßen sind wie leergefegt. Die Zeiten sind schlecht, jeder hat Schulden und alle leben auf Pump. An diesem Tag fährt ein deutscher Tourist durch die irische Stadt und hält bei einem kleinen Hotel. Er sagt dem Eigentümer, dass er sich gerne die Zimmer anschauen möchte, um vielleicht eines für eine Übernachtung zu mieten und legt als Kaution einen 100 Euro Schein auf den Tresen. Der Eigentümer gibt ihm einige Schlüssel.

1. Als der Besucher die Treppe hinauf ist, nimmt der Hotelier den Geldschein, rennt zu seinem Nachbarn dem Metzger und bezahlt seine Schulden.

2. Der Metzger nimmt die 100 Euro, läuft die Straße runter und bezahlt den Bauern.

3. Der Bauer nimmt die 100 Euro und bezahlt seine Rechnung beim Genossenschaftslager.

4. Der Mann dort nimmt den 100 Euro Schein, rennt zur Kneipe und bezahlt seine Getränkerechnung.

5. Der Wirt schiebt den Schein zu einer an der Theke sitzenden Prostituierten, die auch harte Zeiten hinter sich hat und dem Wirt einige Gefälligkeiten auf Kredit gegeben hatte.

6. Die Hure rennt zum Hotel und bezahlt ihre ausstehende Zimmerrechnung mit den 100 Euro.

7. Der Hotelier legt den Schein wieder zurück auf den Tresen. In diesem Moment kommt der Reisende die Treppe herunter, nimmt seinen Geldschein und meint, dass ihm keines der Zimmer gefällt und er verlässt die Stadt.

Niemand produzierte etwas.

Niemand verdiente etwas.

Alle Beteiligten sind ihre Schulden los und schauen mit großem Optimismus […]

Ankündigung Freitagsalon November 2011: „Paranoia und Wahn“

von |24. November 2011|

Der nächste Freitag-Salon findet am 25. November 2011, um 21.00 Uhr im Hotel Elephant (in der Hausbar im ersten Stock) statt.

Das Thema lautet: „Paranoia und Wahn“.

Unter dem Begriff Paranoia kann eine psychotische Störung oder eine so genannte paranoide Neigung gemeint sein.

Im ersten Fall geht es um eine schwerwiegende Krankheit (mit Verfolgungsängsten und Verfolgungswahn), die medizinisch behandelt werden muss.

Was ist aber unter einer paranoiden Persönlichkeit zu verstehen?

Dabei geht es um übertriebene Empfindlichkeit gegenüber Zurückweisung, Kränkbarkeit und Misstrauen. Handlungen anderer werden sehr schnell als feindselig und verächtlich interpretiert. Ich glaube, dass derlei Verhalten sehr häufig vorkommen und zwar sowohl im privaten Umfeld als auch in der Arbeitswelt. Eine Diskussion zu diesem Thema erscheint deshalb in vielerlei Hinsicht interessant auch darüber, wie man sich vielleicht vor derartigen Reaktionen schützen kann.

Gast des Abends ist Edmund Senoner. Als Psychotherapeut in Bad Bachgart ist er immer wieder mit dieser Thematik konfrontiert.

Freitagsalon Brixen Oktober 2011: Grenzen der Medizin – Medizin ohne Grenzen

von |21. November 2011|

In diesem Wortspiel stecken zwei Fragen, denen sich die Ärzte heute stellen müssen.

Sind der Medizin mittlerweile überhaupt noch Grenzen gesetzt, oder hat sie für jedes Leiden, für jedes gesundheitliche Problem ein Gegenmittel parat? Dies wird nämlich vielfach von den Menschen erwartet. Die Ansprüche an die Medizin sind heute allumfassend. All zu sehr lebt der Mensch in der Illusion: „die Medizin wird das schon richten“.
Die zweite Frage hat viele Facetten: Wann soll sich die Medizin zurückziehen? Soll weiter geheilt werden, wenn keine Heilung mehr möglich ist? Wer befindet darüber, ob eine medizinische Behandlung fortgeführt werden soll oder nicht? Bei sehr alten Menschen stellt sich die Frage: welche medikamentöse Kuren noch angewandt oder welche Implantate eingebracht werden sollen? Wie ist mit gewissen Grenzbereichen in der Medizin umzugehen: Einsatz der Gentechnologie, Keimzellentherapien, künstliche Befruchtung, Leihmütter, Schönheitschirurgie? Soll alles, was machbar ist, auch angewandt werden?

Adolf Engl, Hausarzt und Vorsitzender der Akademie für Allgemeinmedizin, zeigte anhand einiger Beispiele auf, wie sich derartige Grenzfälle präsentieren können:

Menschen die von einer unheilbaren Krankheit heimgesucht werden, wollen mitunter nicht annehmen, dass der Medizin nach wie vor Grenzen gesetzt sind. Wenden sich verschiedenen alternativen Heilmethoden zu und können möglicherweise dem Tod doch nicht entrinnen. Der Mensch tut sich von Natur aus schwer, die Grenzen, denen nach wie vor die Medizin ausgesetzt ist, anzuerkennen. Es ist all zu menschlich, dass er alles versucht um sein Leben zu retten, das entspricht einfach seinem ganz natürlichen Lebenserhaltungstrieb. Dahinter steckt auch der Traum von der Unsterblichkeit. Wir leben vielfach mit der Vorstellung, dass wir unendlich sind. Das macht ein Stück unseres Glücksgefühls aus. Wir wollen nicht ständig mit dem Tod vor Augen leben; dadurch würde unsere Lebensqualität drastisch beschnitten.
Es gibt aber auch genau entgegengesetzte Fälle, in denen der Patient eine weitere Behandlung ablehnt. Dies kann verbal passieren, aber unter Umständen auch non verbal. […]