Mit “Wetter” getaggte Einträge

Wenn man sich über die Schönmalerei der Tourismusvereine und Marketing-Gesellschaften hinaus informieren will, ist die Wikipedia eine der ersten Anlaufstellen im Netz. Aber nicht immer ist die gefundene Information erschöpfend oder anregend für weitere Recherchen. Im Falle von Südtirol ist es in 1.635 Edits von 744 Editoren seit dem 28. Jänner 2003 (kann man etwa unter http://vs.aka-online.de/cgi-bin/wppagehiststat.pl selber nachprüfen) nicht gelungen, eine sinnvollen Abschnitt zum Thema Klima in Südtirol unterzubringen. Der aktuelle Artikel meint da ganz lapidar:

Südtirol liegt an der „Südseite der Alpen“ und vereint die Vorzüge eines Berglandes (besonders im Winter) mit den Annehmlichkeiten eines vergleichsweise milden Klimas (in den Tallagen).

Wir haben uns nicht die Mühe gemacht, den Urheber derartigen geistigen Dünnschisses zu lokalisieren, er muss aber wohl aus der Werbebranche kommen.

Jedenfalls haben wir versucht, ein paar sinnvolle Informationen zur Thematik “Klima in Südtirol” zu sammeln und zentral auf Südtirol-Wetter zu präsentieren. Der Artikel behandelt den Einfluss der nördlichen und südlichen Wetterstörungen genauso wie die Sonnenscheindauer, die Temperaturen im Jahresverlauf, die Vegetation, die Windverhältnisse und die Niederschläge:

Das Klima in Südtirol

Bald sollen auch die aktuellen Statistiken folgen, um den Wahrheitsgehalt von Marketing-Aussagen wie “300 Sonnentage im Jahr” zu prüfen.

Comments 4 Kommentare »

Glaubt man den Aussagen der Touristiker, so ist das submediterrane Klima Südtirols mit seinen milden Frühjahrstemperaturen und warmen Herbsttagen Hauptverantwortlicher für die ungeschlagene Beliebtheit der “Sonnenseite der Alpen” als Urlaubsziel. Das Südtirol-Wetter trägt dabei mit mehr als 300 Sonnentagen im Jahr entscheidend dazu bei, dass das kleine Land südlich des Brenners in der Beliebtheitsskala zahlreicher europäischer Erholungssuchender ganz oben rangiert.
Nichtsdestotrotz ist das aktuelle Wetter in Südtirol der letzten Tage alles andere als ein milder Vorgeschmack des Frühlings, der meteorologisch am 1. März Einzug gehalten haben soll. Temperaturen bis -20 °C und Windgeschwindigkeiten um 100 km/h lassen jeden Wetter-Bericht schlecht aussehen, auch der Wetterbericht für Südtirol der nächsten Tage verspricht keine großartigen Verbesserungen und prophezeit immer noch unterdurchschnittliche Werte. Erst die Südtirol-Wetterprognose für die nächste Woche sagt den Frühling voraus.

Warum kommt es uns so vor, als wäre der Winter wieder zurückgekehrt?

Die menschlichen Sinne sind in Vergleich zu technischen Sensorensystemen schlechter geeignet, physikalische Messgrößen zuverlässig und reproduzierbar zu bestimmen. Dies mag im Alltagsleben von Vorteil sein (konstante Sinnesreize werden auf Dauer abgeschwächt, starke Reize lösen Sättigungsverhalten aus), im Falle von niedrigen Temperaturen bei starkem Wind ist die “Messanordnung Mensch” jedenfalls eine eindeutige Fehlkonstruktion, zumindest aber kein Intelligent Design. Es ist sicher jedem bereits aufgefallen, dass die bloße Temperatur im Freien anders empfunden wird, als sie tatsächlich vorliegt. Parallel auftretende Wetterfaktoren spielen keine unbedeutende Rolle. Beschränken wir uns zunächst auf Temperaturen unter 10 °C, wo der Massenanteil der absoluten Luftfeuchtigkeit in der Umgebungsluft weniger als 1% zur Gesamtmasse beiträgt und somit eine vernachlässigbaren Einfluss auf die Wärmeleitfähigkeit und Wärmekapazität ausübt.

Der Windchill

Der englische Begriff Windchill steht für Windkühle bzw. Windfrösteln und beschreibt anschaulich das Gefühl des verstärkten Kälteeindruckes, der dann entsteht, wenn hautnahe, relativ warme Luft durch Wind konvektiv abgeführt wird und somit die Verdunstungsrate erhöht. Die für die Verdunstung notwendige Energie wird dem Körper entzogen, weshalb das Kältempfinden potenziert wird.
Erste Bemühungen, dieses qualitative Empfinden zu quantifizieren, gehen bereits auf den 2. Weltkrieg zurück, wo es amerikanisches Anliegen war, die eigenen Truppen für die Widrigkeiten des Europäischen Winters zu rüsten. Die aktuell gültige empirische Formel für die Berechnung des Windchill sieht wie folgt aus:

T_{WC} = 13{,}12 + 0{,}6215 \cdot T_L – 11{,}37 \cdot v_W^{0{,}16} + 0{,}3965 \cdot T_L \cdot v_W^{0{,}16} \!

Die Windchill-Temperatur ergibt sich dabei bei einer Windgeschwindigkeit, die 10 m über Grund gemessen wird und entspricht der äquivalenten Temperatur bei schwachem Wind von 1,34 m/s (“Winstille”), welche bei Wind zur selben Wärmeverlustrate auf der dem Wind ausgesetzten Hautfläche führt. Trägt man die Windchill-Temperatur TWC (°C) gegen die Windgeschwindigkeit vW (km/h) für verschiedene Luft-Temperaturen TL (°C) auf, so ergibt sich folgendes Diagramm:

Windchill-Temperatur in Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit
Die Windchill-Temperatur in Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit bei verschiedenen Lufttemperaturen.

Beispiel: Eine Luft-Temperatur von -20 °C würde bei einer Windgeschwindigkeit von 100 km/h als knapp -40 °C empfunden.

Bei Temperaturen über 10 °C kommen neue Effekte ins Spiel. Der Körper gleicht zu hohe Temperaturen durch vermehrte Schweißabsonderung aus, durch die Verdunstung wird dem Körper Wärme entzogen. Dieser Effekt verursacht bei niedrigen Temperaturen den unerwünschten Windchill, bei hohen ist er essentiell für das Funktionieren des körpereigenen Wärmehaushaltes. Wenn nun die umgebende Luft bereits Wasserdampf in erheblichen Mengen enthält, ist der Verdunstungseffekt kompromittiert.

Der Heat Index

Der englische Begriff Heat Index steht für Wärmeindex bzw. Hitzeindex und trägt der reduzierten Verdunstung bei hoher Luftfeuchtigkeit Rechnung. Basierend auf detaillierten Betrachtungen zum Hitzehaushalt im menschlichen Körper kann folgende Näherungsformel für die Berechnung des Hitze-Index angegeben werden:

\begin{eqnarray*}
T_{HI} &=& 2{,}211732 \cdot 10^{-3} \cdot T_L^2 \cdot \varphi – 3{,}582 \cdot 10^{-6} \cdot T_L^2 \cdot \varphi^2 – 1{,}2308094 \cdot 10^{-2} \cdot T_L^2 + \\
&& + 7{,}2546 \cdot 10^{-4} \cdot T_L \cdot \varphi^2 – 0{,}14611605 \cdot T_L \cdot \varphi + 1{,}61139411 \cdot T_L – \\
&& + 1{,}6424828 \cdot 10^{-2} \cdot \varphi^2 + 2{,}338549 \cdot \varphi-8{,}784695
\end{eqnarray*}\!

Die Heat-Index-Temperatur ergibt sich dabei bei bei niedriger Windgeschwindigkeit und moderater Sonneneinstrahlung und entspricht der äquivalenten Temperatur bei einem Partialdruck des Wasserdampfes von 1,6 kPa. Trägt man die Heat-Index-Temperatur THI (°C) gegen die relative Luftfeuchtigkeit \varphi (%) für verschiedene Luft-Temperaturen TL (°C) auf, so ergibt sich folgendes Diagramm:

Heat-Index-Temperatur in Abhängigkeit von der relativen Luftfeuchtigkeit
Die Heat-Index-Temperatur in Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit bei verschiedenen relativen Luftfeuchtigkeiten.

Beispiel: Eine Luft-Temperatur von 30 °C würde bei einer relativen Luftfeuchte von 70% als knapp 35 °C empfunden.

Über Sinn oder Unsinn des Windchill bzw. des Heat Index lässt sich jedenfalls vortrefflich streiten. Schmächtigere Menschen kühlen leichter aus, Eskimos empfinden -20 °C wohl auch bei starkem Wind als warm, Konvektion ist stark vom Luftdruck abhängig, bei Windstille konvergiert die Näherungsformel nicht zur Umgebungstemperatur. Schließlich hat auch die Luftfeuchtigkeit einen Einfluss auf das Kälteempfinden. Trotzdem stellt der Windchill-Ansatz einen de-facto-Standard dar und ist vor allem in Nordamerika massiv im Einsatz.
Nimmt die Luftfeuchtigkeit zu, steigt neben der Bewölkung auch die Niederschlagswahrscheinlichkeit, die Sonneneintrahlung und damit auch die Lufttemperatur sinken, was wiederum die relative Luftfeuchtigkeit erhöht. Diese negative Rückkopplung begrenzt die maximal mögliche Luftfeuchtigkeit bei einer gewissen Temperatur. Der Heat Index berücksichtigt weiters auch keine Windgeschwindigkeit oder Strahlungsintensität der Sonne, obige Näherungsformel ist zudem für extreme Werte sehr ungenau.

In den nächsten Tagen werden die aktuelle Wetterwerte für Südtirol auf dem Südtiroler Wetterportal mit einem Wert für die gefühlte Temperatur ergänzt.

Comments 3 Kommentare »

Wie schon vor einiger Zeit angekündigt, ist das jüngst an den Start gegangene Portal zum Südtirol-Wetter nun um einen Bereich erweitert worden, der für mobile Geräte gedacht ist. Die mobilen Inhalte sind über den Link “iPhone & Co.” in der Footer-Navigationsleiste erreichbar. Prinzipiell ist die Lösung für alle Browser gedacht, die CSS 2.1 und einzelne Elemente von CSS 3 unterstützen, welche auch von Apples iPhone verarbeitet werden. Damit ist man mit einem auf Opera oder Webkit basierenden Browser auf der sicheren Seite, was die Auswahl auf mobile Endgeräte wie iPhone, Android-Handys und solche mit Opera Mini eingrenzt. Auf einem Safari- oder Chrome-Browser lääst sich das mobile Look & Feel jedenfalls gut testen.

Nachdem es hierzulande schon 2 mehr oder weniger aufwändige iPhone-Varianten des Südtirol-Wetters gibt, wartet der 3. Spross mit eigenem CI und Zusatzfunktionen auf, die durchaus einen Mehrwert darstellen können.

Die Wetterinfos werden in einer allgemeinen und einer Detail-Ansicht präsentiert:

Die Infos zur allgemeinen Situation umfassen allgemeine Angaben zum Wetter in Südtirol heute, zum Bergwetter in Südtirol heute, zum Wetter in Südtirol morgen, zum Bergwetter in Südtirol morgen und zur Wetterentwicklung in Südtirol in den nächsten Tagen.

Mobiles Südtirol-Wetter

Navigations-Übersicht Allgemeine Übersicht heute Weitere Wetterentwicklung
Mobiles Südtirol-Wetter: Allgemeine Situation.

Die Infos zur Detail-Situation bieten zusätzlich die Möglichkeit, für Orte die aktuellen Wetterdaten einzusehen, die halbstündlich aktualisiert werden. Je nach Wetterstation können dabei die Temperatur in °C, der Niederschlag in mm, die Windgeschwindigkeit in km/h, die Windböen in km/h, die Windrichtung in °, die relative Luftfeuchtigkeit in % oder der Luftdruck in hPa kontrolliert werden:

Mobiles Südtirol-Wetter im Detail

Bookmark-fähiges Detail-Wetter von Bozen
Mobiles Südtirol-Wetter im Detail: Wetter-Infos über Bozen.

Über den Button “Bookmark” kann in der Detailansicht jedes einzelnen Punktes die gewünsche Ansicht in einem eigenen Fenster geöffnet und über einen Bookmark in der Favoritenliste abgelegt werden. Alle Zusatzinfos zum Südtirol-Wetter sind auf dieser Spezialseite auch aufgeführt, sodass ein derart gespeicherter Bookmark als einziger Bezugspunkt für alle Informationen dienen kann.

Die aktuellen Detaildaten des Wetters lassen sich klarerweise auch in der Standardansicht kontrollieren, es gibt dazu einen eigenen Punkt Details in der Navigationsleiste des Footers, der die Daten für das Südtirol-Detail-Wetter von heute, das Südtirol-Detail-Wetter von morgen und die weitere Entwicklung des Südtirol-Wetters bereit hält:

Südtirol-Wetter im Detail

Der zugehörige Haupt-RSS-Feed mit dem wichtigsten grafischen Elementen und den folgenden Einträgen verlinkt auf die Detail-Seite zum aktuellen Südtirol-Wetter:

Wetter-Prognose für Südtirol
Bergwetter-Prognose für Norden
Bergwetter-Prognose für Süden
Wetter-Prognose für Schlanders
Wetter-Prognose für Meran
Wetter-Prognose für Bozen
Wetter-Prognose für Sterzing
Wetter-Prognose für Brixen
Wetter-Prognose für Bruneck

Comments 1 Kommentar »

Nachdem aus den angekündigten paar Wochen für den Bettr.info-Start nun Monate geworden sind und der rein technisch nun schon seit Monaten machbare Onlinegang eigentlich ausschließlich aus Joint-Venture-technischen Gründen kompromittiert wird, ist nun seit heute ein kleines Bettr.info-Spin-off online:

Südtirol-Wetter als RSS-Feed und auf Twitters

Auf http://wetter.bz.it bzw. http://tempo.bz.it wird das Südtirol-Wetter erstmals kompakt mit RSS-Feeds und Twitter-Anbindung, vor allem aber ohne störende Werbung präsentiert. Eine Version für mobile Endgeräte sowie ein passendes Widget für die eigene Verwendung der Wetter-Infos ist in Vorbereitung.

Hier eine Liste der angebotenen Inhalte:

Das Wetter in Südtirol des aktuellen Tages
Das Wetter in Südtirol des nächsten Tages
Prognose für das Wetter in Südtirol der nächsten Tage
Das Bergwetter in Südtirol des aktuellen Tages
Das Bergwetter in Südtirol des nächsten Tages

Der Start auf Twitter ist nun schon einige Wochen her, die Verwendung von Hashtags mit Ortsbezug sowie die regelmäßige Aktualisierung ist einigen sauer aufgestoßen (wie etwa #Südtirol, #Bruneck oder #Bozen), da ein Twitter-Bug-Feature schlicht und ergreifend unterschätzt wurde. Der nun gefundene Kompromiss sollte auch Platz lassen für lokales Gezwitscher, die Hashtags sind frei für wichtige das heilige Land betreffende Statusabsonderungen ;>))…

Hier eine Liste der zugehörigen Twitter-Accounts:

Das Wetter in Südtirol
Das Wetter in Sterzing
Das Wetter in Brixen
Das Wetter in Bruneck
Das Wetter in Bozen
Das Wetter in Meran
Das Wetter in Schlanders
Das Bergwetter in Südtirol

Comments 1 Kommentar »