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Google und CO2-Emission

Alex Wissner-Gross von der Harvard-Universität in Boston hat gehörigen Staub aufgewirbelt, als er in einer zur Zeit nicht öffentlich zugänglichen Studie mit dem Titel „Pervasive monitoring of the environmental footprint of network activity“ behauptete, dass jede Google-Suche soviel Energie verbrauchen würde, wie für das Aufheizen eines halben Teekessels notwendig ist. Damit würde sich jede Suchanfrage mit 7 g CO2 in der Umweltbilanz niederschlagen. Bei einem täglichen Suchvolumen von 1 Milliarde Anfragen kämen damit 7 Gg (Giga-Gramm) CO2 zusammen, auf das ganze Jahr gerechnet ergäben sich 2.555 Gg. Vergleicht man diesen Wert mit der weltweiten CO2-Emission ohne Landnutzung und Forstwirtschaft für das Jahr 2006, welche den Wahnsinnswert von 22.170.702 Gg CO2 ausmacht, ist Google für gerade man den 115-millionstel-Teil der Misere verantwortlich zu machen. Wenn die ganze Geschichte auch keine Ente ist, so bleibt nach dem Sich-Legen des Staubes wohl nur der Google-Pagerank von 5 für die Homepage des Herrn Wissner-Gross, der pikanterweise auf der Seite CO2Stats Zertifikate für „grüne Websites“ verkauft (mittlerweile mit einem Google-Pagerank von 6!).

Google-Logo für den Tag der Erde am 22. April 2008

Google kontert umgehend und stellt einige Sachen klar:

  • Der reale Energieverbrauch einer Suchanfrage liegt bei 0.0003 kWh oder 1 kJ, was einem CO2-Äquivalent von ca. 0,2 g entspricht.
  • Stellt man die 0,2 g einem Auto gegenüber, welches laut aktueller EU-Standards 140 g CO2 pro gefahrenem km emittieren soll, so lassen sich damit 700 Google-Suchen durchführen.
  • Es ist noch nicht lange her, dass man für eine umfassende Recherche in die nächste gut ausgestattete Bibliothek fahren musste, mit allen daraus resultiernden Konsequenzen für den CO2-Haushalt.

Die obige Rechnung würde somit Google eine Jahresanteil am weltweiten CO2-Ausstoß bescheinigen, der nochmals 35 mal niedriger liegt und 73 Gg ausmacht. Selbst der Zwergstaat Monaco hat mit 94 Gg bereits 2006 diesen Wert übertroffen. Wer das an die große Glocke hängt, stichelt mit Verlaub an der falschen Stelle.

Google kümmert sich mit seinem philantropischen Arm Google.org um Umwelt-Projekte und fördert die Forschung und Entwicklung an alternativen Energien.

Google Chrome 1.0 final ist da!

Nach gut 3 Monaten hat es die Chrome-Entwicklungsmannschaft geschafft, die ursprüngliche Beta-Version 0.2.149.27 zu finalisieren und die Version 1.0 freizugeben.

Google Chrome Final 1.0

Auch wenn der Beta-Hinweis nunmehr fehlt und damit das Perpetual-Beta-Konzept offiziell auf der Strecke bleibt, wollen die Entwickler das Produkt konstant weiterentwickeln und noch fehlende Funktionen wie das automatische Ausfüllen von Formularen und RSS-Unterstützung ergänzen oder die Performanz noch weiter steigern, auch wenn die bereits erzielten V8-Geschwindigkeits-Optimierungen von 50% (laut Google) schon jetzt beachtenswert sind.

Halloween bei Google und NASA

Nachdem heute auf der Google-Homepage ein Feiertagslogo zum Thema Halloween zu sehen ist, zieht auch die NASA nach und verspricht, den bereits erlebten Ergebnissen beim Saturn durch die Sonde Cassini-Huygens weitere folgen zu lassen:

As we begin our new Equinox mission at Saturn, the Cassini-Huygens team sends „best witches“ for a happy, healthy and fun Halloween.
We’ve enjoyed sharing stunning images and exciting results of Cassini’s first four years at Saturn – and promise to scare up many more treats as we continue studying the eerie glow of Saturn’s rings, the spine-tingling thunder on the planet, the hair-raising jets on Enceladus, and the murky brew on Titan.

Frei übersetzt:

Da wir nun unsere Äquinoktien-Mission beim Saturn beginnen, schickt das Cassini-Huygens-Team „best witches“ für ein glückliches, gesundes und lustiges Halloween.
Wir haben es genossen, atemberaubende Bilder und spannende Cassini-Ergebnisse der ersten vier Jahre beim Saturn zu teilen und versprechen weiterhin mit Hochgenüssen zu erschrecken, ob das nun die Untersuchung des unheimlichen Scheinens des Saturn-Ringe, der Rückenmark-erschütternde Donner auf dem Planeten oder die trübe Brühe auf Titan ist, oder ob einem die Jets auf Enceladus die Haare zu Berge stehen lassen.

Halloween bei der NASA

Halloween bei Google

Google Developer Day 2008 in München

Google hat am 23. September zum Google Developer Day 2008 in München gerufen und 550 Teilnehmer sind gekommen, davon magere 17 Frauen. 450 verschiedene Laptops tummelten sich im kostenlos verfügbaren 21-MBit-WLAN, zu Spitzenzeiten bis zu 250 davon gleichzeitig. Ein einzelner Power-User soll in 3 Stunden 1,6 GB an Daten heruntergeladen haben, darin ließen sich alle für die Code-Sessions benötigten Tools und APIs, die zudem noch zu Beginn der Veranstaltung auf einem USB-Stick in Legomännchenform kostenlos verteilt wurden, locker 10 mal unterkriegen.

Markus Mühlbauer vom Google-Forschungszentrum in München
Markus Mühlbauer vom Google-Forschungszentrum in München eröffnet mit einer Keynote die Veranstaltung.
Dion Almaer von Ajaxian.com
Dion Almaer von Ajaxian.com kämpft mit Problemen abseits von AJAX.

Kreativität wurde offen zur Schau gestellt und auch gefordert, beispielsweise waren über die einzelnen Bartische Legosteine verteilt, die interessantesten Konstruktionen, die sich im Laufe des Tages ansammelten, wurden bei der Abschlussveranstaltung gezeigt.

Kreativität mit Lego-Steinen

Die öfters zitierte lockere Google-Atmosphäre fand sich aber auch in den zahllosen mehr oder weniger konventionellen Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen, Diskutieren und Fachsimpeln einluden.

Lockere Google-Atmosphäre

Der Herbstanfang vom Tag davor war in keinster Weise zu spüren, eher schon verbreitete der Suchmaschinenriese aus Moutain View in Kalifornien unverkennbare Aufbruchstimmung und spannte den Bogen von AJAX bis zur mobilen Plattform Android. Der „neue Browser Chrome“ kam ebenso wenig zu kurz wie die Google App Engine oder das Web-Toolkit. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die besprochenen Google-Tools für Entwickler:

Die komplette Sammlung von Tools und APIs, welche aktuell schon mehr als 50 Einträge umfasst, kann unter http://code.google.com/ eingesehen werden.

Exemplarisch sei hier eine Beispielanwendung für die Google Visualization API gezeigt, die ein eingedeutschtes Diagramm über die Verteilung der Zeiten bei der Web-Entwicklung der AJAX-Session von Dion Almaer (nach „Time breakdown of modern web design“, Alan „IE users must DIE“ Foreman (poisonedminds.com)) zur Anzeige bringt:

[HTML1]

Die wohl imposanteste der letzten parallel stattfindenden Session war zweifellos jene über Android, gab es doch exakt um 17.30 Uhr eine Lifezuschaltung der Pressekonferenz in New York, auf welcher die Frucht der Kooperation zwischen Google, HTC und T Mobile in Form des neuen Google-Handys G1 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Funktionen sind durchaus sinnvoll und ernst zu nehmen, erinnern aber an die Handhabung des iPhone, auch wenn der Einsatz eines Chrome-basierten mobilen Browsers erstmals die halbwegs komplette Fülle des Internets bieten soll, weil eben die JavaScript-Untersützung endlich ernsthaft implementiert wurde und damit einen echten Mehrwert darstellt.

Google-Handy G1

Wenn ich mir den Inhalt der SMS in Erinnerung rufe, die der Dienstanbieter TIM beim Grenzwechsel einfliegen ließ (0,008 EUR pro KB), rücken MB-große Surf-Sessions wohl auf absehbare Zeit in weite Ferne, wenn man nicht durch preislich attraktive Flat-Pakete (auch und vor allem im Ausland!!) Narrenfreiheit genießt.

Nichtsdestotrotz hat es mit ecorio eine Anwendung in die Top 10 der „Android Developer Challenge“-Applikationen geschafft, deren Kollateralnutzen auch dem gemeinnützigen Zweig Google.org gerecht wird.

Eine beinahe vollständige Liste aller Videos des Tages findet sich unter YouTube.

Google News Archive Search: Der Sex im Laufe der Jahrtausende

Nehmen wir den skandalösen Titel mit dem Bezug zum Begriff „Sex“ einfach als Eye-Catcher in „Sex Sells“-Zeiten oder als durchaus sinnvoller Vergleichstest aus dem SEO-Umfeld. Aber dem Inhalt des Artikels wird der Sex-Header dann doch gerecht, bietet doch Google mit seiner News-Archiv-Suche die Möglichkeit, das Vorkommen eines bestimmten Suchbegriffes, in diesem Fall eben das abgegriffene Wort „Sex“, im zeitlichen Verlauf zu analysieren. Das benutzte Attribut „zeitlich“ ist hierbei durchaus wörtlich zu nehmen, die zu Grunde liegende Timeline kann problemlos auch tausende von Jahren umfassen.

Der Sex im Laufe der Jahrtausende
Der Sex zwischen 500 v. Chr. und 2008 n. Chr.

Man möchte fast verleitet sein, am linken Ende die freizügigen Griechen zu erkennen, um über die nicht minder aufgeklärten Römer und die Zeitwende zum indischen Kamasutra zu wechseln, selbst die Scheiterhaufen des finsteren Mittelalters scheinen durch die Lücken vor der Neuzeit zu glühen und den Weg für den beinahe ungebremsten Anstieg in unserer Zeit zu bereiten.

Die Archive scheinen aber durchaus auch verwertbare Informationen zu bieten, seit Google in einem Großprojekt alte Zeitungen, die auf Mikrofilm vorliegen, digitalisieren lässt. Die St. Petersburg Times soll dabei ebenso vertreten sein wie die wohl älteste Zeitung des amerikanischen Kontinentes, der Quebec Chronicle Telegraph, der seit 1764 Kanada mit News versorgt. Wenn die Suchergebnisse aus den alten Archiven über die Google-Standardsuche verfügbar sein werden, wird sich wohl so mancher Schatz, der in den verstaubten Regalen vermodert, mit wenig Aufwand heben lassen.