Museion

Freitagsalon Brixen November 2010: Kunst & Kontext

von |21. Januar 2011|

Das Interesse an der zeitgenössischen Kunst, das gleich zu Beginn von Seiten der Anwesenden in den Raum gestellt worden ist, erwies sich als sehr vielschichtig. Angesprochen wurden die Werte in der Kunst, der neue Hang zur Eventkunst, die politische Einflussnahme, die Kriterien bei Ausstellungen moderner Kunst, zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum, die Institution Museion und Einiges mehr.

Marion Piffer skizzierte zuallererst kurz ihren Werdegang:

Sie studierte in Innsbruck und Venedig Kunstgeschichte, konzentrierte sich aber sehr bald auf die zeitgenössische Kunst. In ihrer Doktorarbeit handelte sie das Thema ab, wie zeitgenössische Kunst rezepiert und erlebt werden kann. Nach dem Studium beteiligte sie sich maßgeblich am Aufbau der Museumsgalerie in Bozen und in der Folge leitete sie diese Galerie zwölf Jahre lang. Seit 2000 ist Marion freiberuflich tätig als Ausstellungskuratorin, Lehrbeauftragte und Kunstpublizistin, zuletzt für die Landesausstellung „Labyrinth Freiheit“ in der Festung Franzensfeste 2009. Sie ist auch Mitglied des Kulturbeirates der Autonomen Provinz Bozen sowie des Kulturbeirates der Tiroler Landesregierung Innsbruck. Seit Frühjahr ist eine neue wichtige Herausforderung dazugekommen, die Präsidentschaft der Stiftung Museion – Museum für Moderne und zeitgenössische Kunst Bozen.

Marion Piffer gab einen gerafften Überblick über die Entwicklung in den Bereichen der bildenden Künste in Südtirol seit 1945. Das Museum für zeitgenössische Kunst, das Museion, sieht sie als den Höhepunkt dieser langen Entwicklung.

In der Zeit unmittelbar nach dem II. Weltkrieg war die Situation in Südtirol für die Kunst sehr deprimierend. Es gab allgemein Zukunftsängste, die in Südtirol besonders groß waren, wo man sich als Minderheit einer fremden Staatsmacht ausgeliefert sah. Die Kulturpolitik war geprägt von einer Rhetorik der Erbauung. In den 50er Jahren hatte die Kunst die Funktion dekorativ, aufheiternd und aufmunternd zu wirken. Dies spiegeln die Kunstwerke an öffentlichen Gebäuden klar wider, die in dieser Zeit entstanden sind. Die Südtiroler Idylle wurde beschwört. Atzwangers Weinlese kann als Paradebeispiel künstlerischen Schaffens […]

Ankündigung Freitagsalon November 2010: „Kunst und Kontext“

von |15. November 2010|

Der nächste Freitag-Salon findet am 26. November 2010, um 21.00 Uhr im Hotel Elephant (in der Hausbar im ersten Stock) statt.

Das Thema Kunst und Kontext ist angesagt. Marion Piffer, die Präsidentin der Stiftung Museion – Museum für moderne und zeitgenössische Kunst Bozen, hat ihr Kommen für das Novembertreffen zugesagt. Piffer ist keine Neue in der Welt der modernen Kunst. Über Jahre war sie die Leiterin der Museumsgalerie in Bozen. Letzthin arbeitete sie als freiberufliche Ausstellungskuratorin, als Lehrbeauftragte und Kunstpublizistin.

Nach der Froschgeschichte, die in aller Munde war, haben sich die Wogen um das Museum für moderne Kunst wieder geglättet. In der Zwischenzeit wurden auch der Stiftungsrat und die Direktion neu bestellt. Es hat den Anschein, dass das Geschehen in diesem Haus nunmehr zu einem normalen Ablauf gefunden hat.

Ich denke und ich hoffe, dass dieses Haus der Kunst auch in Zukunft mit zeitkritischen und gesellschaftspolitisch brisanten Werken aufhorchen lässt und tiefgreifende Diskussionen auslösen wird, wenn auch vielleicht nicht unbedingt in derselben Form, wie im Zusammenhang mit Kippenbergers gekreuzigtem Frosch. Kann das Museion diesem Anspruch gerecht werden? Wie weit kann es mithalten mit anderen Häusern in größeren Städten oder auch mit dem Mart in Rovereto? Welche Wirkung hat diese Einrichtung auf die Südtiroler Künstler? Werden sie dadurch eine Förderung erfahren? Gelingt es durch das Museion, die zeitgenössische Kunst der Südtiroler Bevölkerung näher zu bringen?

Über all das und so manches mehr werden wir Ende November diskutieren.

Wer daran teilnehmen möchte, kann sich an Konrad Stockner wenden.