Monthly Archives: Oktober 2008

Halloween bei Google und NASA

von |31. Oktober 2008|

Nachdem heute auf der Google-Homepage ein Feiertagslogo zum Thema Halloween zu sehen ist, zieht auch die NASA nach und verspricht, den bereits erlebten Ergebnissen beim Saturn durch die Sonde Cassini-Huygens weitere folgen zu lassen:

As we begin our new Equinox mission at Saturn, the Cassini-Huygens team sends „best witches“ for a happy, healthy and fun Halloween.
We’ve enjoyed sharing stunning images and exciting results of Cassini’s first four years at Saturn – and promise to scare up many more treats as we continue studying the eerie glow of Saturn’s rings, the spine-tingling thunder on the planet, the hair-raising jets on Enceladus, and the murky brew on Titan.

Frei übersetzt:

Da wir nun unsere Äquinoktien-Mission beim Saturn beginnen, schickt das Cassini-Huygens-Team „best witches“ für ein glückliches, gesundes und lustiges Halloween.
Wir haben es genossen, atemberaubende Bilder und spannende Cassini-Ergebnisse der ersten vier Jahre beim Saturn zu teilen und versprechen weiterhin mit Hochgenüssen zu erschrecken, ob das nun die Untersuchung des unheimlichen Scheinens des Saturn-Ringe, der Rückenmark-erschütternde Donner auf dem Planeten oder die trübe Brühe auf Titan ist, oder ob einem die Jets auf Enceladus die Haare zu Berge stehen lassen.

Es gibt wahrscheinlich keinen Gott!

von |30. Oktober 2008|

Die Atheisten Großbritanniens holen zum Rundumschlag aus und wollen gläubigen Christen einen Konfessionswechsel hin zum Atheismus nahelegen. In einer Aufsehen erregenden Aktion wird auf roten Autobussen ein starkes antichristliches Statement durch London gefahren:

Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Jetzt hören Sie auf, sich Sorgen zu machen, und genießen Sie Ihr Leben.

Wenn nun da steht, dass es wahrscheinlich keinen Gott gibt, wird die gesamte Botschaft relativiert, der Ungläubige bekennt seine Zweifel. Die Erklärung für den Slogan hilft freilich keineswegs aus dem Dilemma: An Carlsberg will man sich angelehnt haben („Probably the best beer in the world!“), ganz als ob die selbstverpasste Leere in Alkohol ertränkt werden müsste.

Für einen Friedrich Nietzsche wäre die ganze Aktion um Größenordnungen zu halbherzig, selbst Kirchenvertreter loben die Buswerbung, welche in letzter Instanz wie eine christliche PR-Aktion anmutet.

Man stelle sich nur die Massen von Gläubigen vor, denen es bei Sicht des Busses wie Schuppen von den Augen fällt: „Na, wenn das so ist…“

Phoenix stirbt!

von |30. Oktober 2008|

Einst als Mars Surveyor 2001 Lander einen Start im Jahr 2001 gebaut, wurde die Sonde wegen der Verluste von Mars Climate Orbiter und Mars Polar Lander in einem Reinraum gelagert, um dann modernisiert und 2007 zum Mars geschickt zu werden.

Nun scheint dieses Wiederauferstehen, welches bei der Namensgebung Pate gestanden hat, ein Ende zu haben: Am 28. Oktober begab sich der NASA Phoenix Mars Lander in den sogenannten Safe Mode, die konstant schlechter werdenden Wetterverhältnisse am Mars-Nordpol haben Probleme mit der Stromversorgung verursacht.

Mit Nachttemperaturen um -96 °C und Tagesspitzenwerten von -45 °C wird der Sondentechnik das Äußerste abverlangt, die ständig kürzer werdenden Tage des Herbstes auf der Nordhemisphäre des Mars liefern immer weniger Sonnenlicht, um die Sondenheizung zu betreiben. Teile der Sonde werden nun nicht mehr beheizt, um Strom zu sparen.

Nichtsdestotrotz:

It could be a matter of days, or weeks, before the daily power generated by Phoenix is less than needed to operate the spacecraft.

Zwischenzeitlich gibt auch die Fadensonde Auskunft über die rauher werdenden klimatischen Verhältnisse:

Die Phoenix Fadensonde bescheinigt einen Herbstwind von 7 bis 11 m/s (Bildquelle: NASA JPL).

Ehre wem Ehre gebührt: Die Sendung mit der Maus

von |15. Oktober 2008|

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) würdigt mit der unregelmäßig verliehenen Medaille für Naturwissenschaftliche Publizistik die „Sendung mit der Maus“ des WDR und lobt damit die ansprechende Erklärung von naturwissenschaftlichen und physikalischen Themen:

Diese TV-Sendung ist Generationen übergreifend und trägt in ganz hervorragender Weise dazu bei, Neugier und Begeisterung für die Naturwissenschaften bei Kindern und auch bei Erwachsenen zu wecken.

Gebrochene Symmetrien oder Gottes Hang zum Ungleichgewicht

von |9. Oktober 2008|

Traditionsgemäß hat die Nobelstiftung in Stockholm die Preisträger für den Physik-Nobelpeis 2008 bekanntgegeben und ehrt Yoichiro Nambu

„for the discovery of the mechanism of spontaneous broken symmetry in subatomic physics“

sowie Makoto Kobayashi und Toshihide Maskawa

„for the discovery of the origin of the broken symmetry which predicts the existence of at least three families of quarks in nature“

Während Nambu für die Entdeckung des (wenn auch noch nicht im Detail geklärten) materiestiftenden Symmetriebruches nach dem Urknall verantwortlich zeichnet, haben seine beiden Kollegen Kobayashi und Maskawa eine dritte Quark-Generation beschrieben, durch welche sich die Symmetriebrüche erfolgreich in das Standardmodell einbetten ließen.

Ein bislang unerklärter Symmetriebruch führt zur Geburt des Universums.

Wenn beim Urknall gleich viel Materie wie Antimaterie entstanden wäre, hätten sich beide Anteile gegenseitig vernichtet. Aber ein winziger Materieüberschuss von 1 zu 10 Milliarden reichte aus, um über die Antimaterie zu siegen und mit dem überschüssigen Material Galaxien, Sterne, Planeten und schließlich das Leben entstehen zu lassen.

Alle Materie ist aus den kleinsten Einheiten Elektronen und Quarks aufgebaut.

Das heutige Standard-Modell der Elementarteilchen-Physik vereint alle fundamentalen Komponenten der Materie und drei der vier Grundkräfte. Während alle bekannte Materie aus Teilchen der ersten Familie besteht, existieren alle anderen Teilchen nur für extrem kurze Zeitspannen. Um das Modell zu vervollständigen, ist ein neue Komponente, das Higgs-Teilchen, womit wir wieder beim Large Hadron Collider am CERN wären.

Weiterführende Unterlagen können auf den Seiten der Nobel-Stiftung in theoretischer oder allgemeiner Form eingesehen werden.