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Ankündigung Freitagsalon August 2011: „Architektur – Werte und Kitsch“

Der nächste Freitag-Salon findet am 26. August 2011, um 21.00 Uhr im Hotel Elephant (in der Hausbar im ersten Stock) statt.

Das Thema lautet diesmal: „Architektur – Werte und Kitsch“.

In den vergangenen Jahren ist es in Südtirol gelungen, eine gewisse Diskussion darüber, wie man bauen sollte, in Gang zu bringen. Architektur ist ein Thema geworden. Ob wir unser Land verschandeln oder verschönern und interessanter werden lassen, hängt nicht unwesentlich mit der Architektur zusammen. Fakt ist, dass schlechte und nicht zeitgemäße Architektur sich nachteilhaft auf das Image Südtirols auswirkt.

Die Diskussion hat bereits Einiges bewirkt. Planer, Bauherren und Projektüberprüfer sind sensibler geworden und geben mehr Acht, dass die Bauten architektonisch anspruchsvoller werden. Vieles läuft aber weiterhin nach den alten Schemas ab.

Unser Gast ist der Brixner Architekt Thomas Mahlknecht. Seine Schwerpunkte sind Wohnhäuser Hotelbau und Inneneinrichtungen. Er hat sich im besonderen Maß mit der Architektur im Bereich Tourismus auseinandergesetzt, einem Bereich also, in dem die Architekturdiskussion besonders hohe Wellen schlägt.

Freitagsalon Brixen Juli 2011: Das System Südtirol

Die Teilnehmer der Diskussionsrunde waren gespannt darauf, zu hören was Josef Fulterer über das System Südtirol berichten wird. Man kennt ihn als kritischen Leserbriefschreiber, aber recht viel mehr wissen die meisten nicht über ihn. Fulterer ist nicht jemand, der das System Südtirol von Außen kritisiert. Er hatte in seinem Leben (mittlerweile ist er 73 Jahre alt) gar nicht so unwichtige Positionen bekleidet (Bürgermeister von Kastelruth, kommissarischer Verwalter der Gemeinde Kastelruth, Mila-Obmann, Obmann der Raiffeisenkasse Kastelruth). Als kritischer Geist tat er sich allerdings nie ganz leicht in diesen verschiedenen Funktionen, er wurde z.T. auch ganz einfach ausgebootet, aber er war immerhin bis noch vor Kurzem Obmann der Raiffeisenkasse Kastelruth.

Er hatte also genug Möglichkeiten das System kennen zu lernen. Obwohl das Funktionieren dieses System oft nicht seinen Einstellungen entsprach, trat er nicht einfach die Flucht aus den Institutionen an. Er versuchte aber dennoch seinen Meinungen und Überzeugungen treu zu bleiben und sie auch nicht hinterm Berg zu halten.

Die wichtigsten seiner Kritikpunkte am System Südtirol sind folgende:

  • Die Vorherrschaft einer Partei und immer desselben Personenkreises in einem Land bringt zwangsweise Abnutzungserscheinungen mit sich, Reibungen, die einer guten Verwaltung mit der Zeit immer mehr im Wege stehen.
  • Der Kitt für den Zusammenhalt der Volkspartei war bis heute die ethnische Frage und scheint es nach wie vor zu sein. Es gibt allerdings auch zusehends Anzeichen, dass dieser Kitt etwas abbröckelt (eindeutiges Zeichen dafür war der Verlust der absoluten Mehrheit bei den vergangenen Landtagswahlen).
  • Um heute die Leute an der Stange zu halten, wird immer mehr auf andere Methoden zurückgegriffen. Die wichtigste davon ist, dass diejenigen, die zum System stehen, reichlich belohnt, während die Aufmüpfigen abgestraft werden. Devotismus und Kriechertum sind immer mehr die Folge. Dieses System funktioniert nur, solange es sehr viel zum Verteilen gibt. In Zukunft könnten von diesem System aber immer weniger profitieren, dann verliert es die Mehrheit.
  • Mit kritischen Personen wird ein besonderer Umgang gepflegt; sie werden nicht ungern öffentlich blamiert, wenn das nicht hilft, folgen auch persönliche Attacken, die von einer sachlichen Diskussion völlig abweichen. Wenn solche Personen in irgendwelchen Institutionen oder Ämtern mitwirken, wird alles unternommen, damit ihnen Erfolge verwehrt bleiben: es gibt keinen politischen Rückhalt und auch kein Geld.
  • Durnwalder beherrscht die beschriebenen Methoden in Perfektion. Er muss in diesem Sinn als ein ausgesprochener Machtmensch angesehen werden. Zugute halten muss man ihm allerdings die Tatsache, dass er prinzipiell jeden Menschen anhorcht (egal ob dies auch reines politisches Kalkül ist oder nicht). Grundsätzlich ist er seinem Vorgänger und so manchem seiner derzeitigen Politikerkollegen in dieser Hinsicht und allgemein in seiner Offenheit um einiges voraus. Er ist wohl auch der einzige, der es schafft, gegenüber Athesia und Ebner-Klan einen gewissen Gegenpol darzustellen und mitunter auch Entscheidungen trifft, die den Ebners nicht gefallen.
  • Magnago seien seine Verdienste für Südtirol nicht abgestritten; seine Angst vor der Italienisierung der deutschen Südtiroler kam dem Land aber nicht nur zugute. Die Distanz, die er gegenüber Trient an den Tag legte, führte zu zahlreichen verpassten Chancen. Auch in der Wirtschaftsförderung (vor allem in der Industrie) war er all zu sehr auf Initiativen aus dem deutschen Ausland ausgerichtet. Einheimische Unternehmen wurden vernachlässigt.
  • Wir haben es auf politischer Ebene mit einem äußerst kompakten, wenn nicht geradezu geschlossenen System zu tun. (Dazu kommen noch die engen Verstrickungen mit der Wirtschaft. Durnwalder hat in dieser Hinsicht (aber nicht nur er) ein engmaschiges Netz aufgebaut. Mit den Größen aus der lokalen Wirtschaft pflegt er in der Regel recht gute Beziehungen.) Ein wirkliches politisches Gegenüber fehlt. Politische Ausreißer, die es klarerweise auch in anderen Ländern gibt, können aber in Südtirol genau aus den oben genannten Gründen nur viel schwerer korrigiert werden.
  • Eine entscheidende Rolle spielt weiters das Verlagshaus Athesia. Über weite Strecken beherrscht sie die Medienlandschaft in Südtirol und damit auch die Meinungsbildung. Vor allem bei den Wahlen trägt sie nicht unwesentlich zu den Wahlerfolgen der SVP bei. Die Berichterstattung ist vielfach sehr tendenziös auf die Parteipolitik und jener der Ebners zugeschneidert. Sie geben sich nicht nur mit wirtschaftlicher Macht zufrieden, sie mischen auch fleißig in der Parteipolitik mit und streben nach wichtigen und einflussreichen politischen Ämtern.
  • Die engen Verstrickungen zwischen der Partei und den einzelnen Wirtschaftsverbänden stellt ein eigenes Kapitel im System Südtirol dar. Die Verbände erhalten ansehnliche Förderbeiträge, damit werden sie abhängig und ruhig gehalten. Oft kommt noch dazu, dass namhafte Vertreter von Wirtschaftsverbänden auch in der Politik mitmischen und z.T dort ranghohe Positionen einnehmen und zwar ohne dass sie ihre Stellung bei ihren Verbänden aufgeben. Dies kann nie und nimmer einer Politik, die in erster Linie dem Allgemeinwohl verbindlich sein sollte, förderlich sein. eine Sonderstellung nimmt in diesem Verbandsreigen der Bauernbund ein. Der Bauernbund ist von der SVP völlig unterwandert. Die Gelder fließen reichlich; so kann sich der Verband Unterorganisationen leisten (wie die Bäuerinnen, die Senioren, die Jugend), ohne von deren Mitgliedern Mitgliedsbeiträge einzubeziehen. Auf die Stimmenanzahl der SVP scheint sich dies sehr positiv auszuwirken. SVP und Bauernbund sind ein Beispiel einer äußerst engen Symbiose, sie ziehen beide daraus erhebliche Vorteile. Wie weit sich dies dann allerdings mit anderen gesellschaftlichen Interessen vereinbaren lässt, ist wieder einmal zweitrangig.
  • Für die Arbeitnehmer gäbe es wohl Einiges zu kritisieren an diesem System, was sie schon auch immer wieder versuchen. Die Kritik verschallt allerdings vielfach im Nichts. Die Arbeitnehmer haben keine so straffe Verbandsorganisation, wie die Unternehmer. Ihren wichtigsten Vertretern, wenn sie einmal Regierungspositionen bekleiden, sind scheinbar die Hände gebunden (dort sind sie ja eindeutig in der Minderheit). So geht den Arbeitnehmern ein Großteil ihrer Durchschlagskraft verloren. Ihre Macht ist im Verhältnis zur effektiven Anzahl der Lohnabhängigen viel zu klein.
  • Josef Fulterer kritisiert weiters die relativ zahlreichen, größenwahnsinnigen, weil überdimensionalen und deshalb gescheiterten Vorhaben, wie der Landesschlachthof Vives oder die Gemeinschaftsställe im Abteital. Völlig überzogen sieht er Einrichtungen wie den Flughaben in Bozen oder das Fahrsicherheitszentrum in Pfatten. Möglicherweise wird Südtirol noch einmal arg ins Strudeln geraten mit den vielen Strukturen, die große Folgekosten verursachen, die es aber immer schwieriger sein wird abzudecken, sollte einmal das Geld weniger werden.
  • Ganz besonders zu kämpfen hatte Fulterer mit der Gastrofresh-Geschichte bei der Milkon. Diese Verkaufsstruktur verursacht zusätzliche Kosten, die schließlich zu niedrigeren Milchauszahlungspreisen für die Bauern führen. Die Prozesse, die aus diesem Grund von Seiten einiger Bauernvertreter gegen die Milkom und Gastrofresh angestrengt wurden, und für diese Vertreter allesamt verloren gingen, haben in Fulterer auch das Vertrauen in die Gerichtsbarkeit arg erschüttert.

Nichtsdestotrotz gibt es für Josef Fulterer auch einige Lichtblicke für eine Weiterentwicklung in unserem Land. Die Chancen für die Zukunft sieht er vor allem in einer besser ausgebildeten Jugend, die sich auch leichter tun müsste, mitzudenken und eingefahrene Abläufe anzuprangern. Die kritische Masse in der Bevölkerung Südtirols müsste endlich die 10-20 % überschreiten; dabei muss sie nicht unbedingt mehr als 50 % ausmachen, um wesentliche politische Neuerungen erwirken zu können.

Äußerst wichtig ist weiters eine möglichst unabhängige Presse.

Keine all zu großen Ergebnisse erwartet er sich hingegen von der direkten Demokratie.

Stephan Lausch (von der Initiative für mehr Demokratie), der auch unter den Teilnehmern der Diskussionsrunde war, musste einräumen dass es nach dem verlorenen Referendum vor zwei Jahren immer schwieriger wird, auf die Regelung der direkten Demokratie einzuwirken. Dabei dürfte man genau diese nicht den maßgebenden Politikern überlassen, denn die haben gezeigt, dass sie für die direkte Mitbestimmung des Volkes nicht sehr viel übrig haben. Ein anderer Hebel, an dem man ansetzen könnte, wäre die Nominierung der Kandidaten für politische Wahlen. Sie sollte nicht allein in den Händen der Parteien liegen, sondern durch die Bevölkerung erfolgen.

Obwohl so mancher mit dem politischen System in Südtirol nicht zufrieden ist, wurde in der Diskussion doch allgemein anerkannt, dass in Punkto Lebensqualität Südtirol sehr gut dasteht. Die vergangenen Jahre waren allerdings auch von wirtschaftlicher Prosperität und einem satten Landeshaushalt geprägt. In Wachstumszeiten fallen eventuelle Fehlentwicklungen nicht so sehr auf. Sollten aber auf die fetten Jahre nun magere folgen, dann erst wird sich herausstellen, ob in Südtirol die richtigen Weichen gestellt wurden.

Ankündigung Freitagsalon Juli 2011: „Das System Südtirol“

Der nächste Freitag-Salon findet am 28. Juli 2011, um 21.00 Uhr im Hotel Elephant (in der Hausbar im ersten Stock) statt.

Nachdem wir beim letzten Freitagsalon uns der Weltpolitik widmeten, kehren wir das nächste Mal wieder tief nach Südtirol zurück. Es geht um das Thema: „Das System Südtirol“.

Wir haben für den Abend einen interessanten Gast eingeladen. Josef Fulterer, heute bekannt wegen seiner Leserbriefe, in denen er nach wie vor in regelmäßigen Zeitabständen seine Meinung zu verschiedenen Ereignissen in unserem Land zum Ausdruck bringt.

Josef Fulterer war aber einst selbst ein gar nicht so kleiner Akteur in diesem Südtiroler System. Er konnte gut beobachten, wie dieses System funktioniert, nach welchen Regeln es abläuft. Er durfte aber auch erleben, was passiert, wenn jemand nicht so ganz genau in dieses System hineinpasst. Fulterer war immerhin für eine gewisse Zeit Bürgermeister bzw. kommissarischer Verwalter der Gemeinde Kastelruth, längere Zeit Obmann der größten Sennereigenossenschaft Südtirols Mila und noch bis vor einigen Jahren Obmann der Raiffeisenkasse Kastelruth.

Er wird uns aus seinem Erfahrungsschatz zum Thema Südtirol erzählen und vielleicht auch den einen oder anderen Hinweis auf die zukünftige Entwicklung unseres Landes geben.

Freitagsalon Brixen Februar 2011: 50x50x50 Kunst Südtirol

50x50x50 ist eine Kunstinitiative der anderen Art. Zwei Künstler, Hartwig Thaler und Reinhold Tappeiner, laden ein zu einer gemeinsamen Kunstausstellung. Dies geschieht nicht alle Tage, dass KünstlerInnen andere KünstlerInnen animieren, miteinander eine derartige Kunstaktion zu starten. Die Welt der Kunst ist sonst eher von einem ausgeprägten Individualismus der Künstlerpersönlichkeiten, wenig Kooperation, Eifersüchteleien und Konkurrenz bis hin zu Feindseligkeiten (bedingt wohl durch einen gewissen Überlebensdruck) gekennzeichnet.

Hartwig Thaler erfüllt sich mit dieser Aktion einen bereits seit langem gehegten Wunsch. Ein gewisses öffentliches Engagement ist ihm wichtig. Damit soll die Präsenz der Kunst in der Öffentlichkeit gesteigert werden. Für Hartwig nimmt die Kunst in unserer Zeit nicht unbedingt den Stellenwert ein, den sie vielleicht einnehmen könnte und sollte. Deshalb ist es für die KünstlerInnen auch besonders schwierig, den ökonomischen Erfolg zu erzielen, den sie brauchen. Die prekäre wirtschaftliche Situation, in der sich viele KünstlerInnen befinden ist nicht sehr förderlich für deren künstlerisches Schaffen.

Nun zu den wichtigsten Merkmalen von 50x50x50 Kunst Südtirol:

  • Die große Kunstausstellung soll in der Festung Franzensfeste stattfinden. Der Ort bietet sich an wegen der zahlreichen und auch relativ großen (60-70 m²) vorhandenen Räumlichkeiten. Die Festung wurde für kriegerische Zwecke errichtet, was nicht gerade für diese Location spricht. Es muss aber auch hinzugefügt werden, dass der Ort diese Zweckbestimmung längst verloren hat. Seitdem die Festung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, diente sie bereits des Öfteren für Ausstellungen und vor allem auch für Kunstprojekte. Der riesige Festungsbau genießt eine gewisse Ausstrahlung und beeindruckt den Besucher. Er wurde aus architektonischer Sicht geradezu mustergültig hergerichtet. Die Restaurierungsarbeiten – geplant von den Architekten Scherer und Dietl – haben bereits Architekturpreise erhalten. Somit eignet sich die Franzensfeste auch für diese Kunstveranstaltung 50x50x50 Kunst Südtirol ausgezeichnet.
  • 50 und mehr KünstlerInnen (aus der bildenden Kunst, wie Malerei, Bildhauerei usw.), die bereits ein gewisses künstlerisches Schaffen aufweisen können, wurden angeschrieben und gefragt, ob sie bei dieser Ausstellung teilnehmen möchten. Bis jetzt haben 37 KünstlerInnen ihre Teilnahme zugesagt. Auch wenn möglicherweise die Anzahl 50 nicht erreicht werden kann, so bleibt man trotzdem beim Namen 50x50x50 Kunst Südtirol, das ja schließlich das Ziel war. Das Projekt ist sprachgruppenübergreifend, es beteiligen sich zwar vorwiegend deutschsprachige, aber es sind auch italienisch- und ladinischsprachige KünstlerInnen dabei.
  • Ein Thema, ein inhaltlicher Titel, wurde ganz bewusst nicht vorgegeben. Die KünstlerInnen und deren Werke sollen im Mittelpunkt stehen. Eine kollektive, „aufgedichtete“ Idee braucht die/der KünstlerIn nicht für ihr/sein Schaffen. Den ausstellenden KünstlerInnen soll eine interessante und attraktive Möglichkeit angeboten werden, sich mitzuteilen und ihre Künstlerpersönlichkeiten einzubringen. Es wird auf die Kraft gebaut, die durch die Summe der KünstlerInnen und deren Werke entsteht. In diesem Sinn wird es auch keine Führer oder Vermittler geben, die durch die Ausstellung führen. Die KünstlerInnen selbst aber werden im Rahmen ihrer Möglichkeiten zugegen sein.
  • Die Unterstützung von Seiten des Trägervereins der Franzensfeste Oppidum (zuständig für Führungen durch die Festung, Aufsicht und Renovierungsarbeiten) ist gegeben. Der Verein gewährleistet eine gewisse Grundaufsicht für die Kunstausstellung. Aber auch die AusstellerInnen selbst werden z.T. die Aufsicht zu übernehmen haben. Für den An- und Abtransport sowie die Versicherung der Kunstwerke müssen sie ebenfalls selbst aufkommen. Auch eine kleine Miete ist zu entrichten (für verschiedene anfallende Spesen, wie Reinigung usw.). Ein Verkauf von Kunstwerken findet während der Ausstellung nicht statt, womit aber nicht unterbunden werden soll, dass auch Kaufinteressierte sich umschauen können.
  • Das Kunstprojekt wird von keinen offiziellen Stellen gefördert; nicht weil dies Programm war, sondern weil es für die angesprochenen Stellen nicht förderungswürdig erschien aus Gründen, wie „das Projekt ist nicht ausgereift“ oder „da dürfen die Künstler ja machen was sie wollen“. Die beiden Promotoren haben sich dadurch nicht entmutigen lassen und versuchen trotzdem mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, die Ausstellung auf die Beine zu stellen.
  • Die Ausstellung dauert 50 Tage lang, vom 21. Mai bis zum 9. Juli. Geplant ist auch ein gewisses Rahmenprogramm, soweit es gelingt, Leute dafür zu gewinnen. Die Verantwortung dafür wird allerdings den einzelnen Akteuren dieser Rahmenveranstaltungen überlassen, die gewissen kulturelle Darbietungen anbieten möchten.

Anlass zur Diskussion gab vor allem die Tatsache, dass sich die offiziellen Instanzen so skeptisch diesem Projekt gegenüber gezeigt haben.

Es hat den Anschein, dass der Kunstbetrieb in ganz bestimmten Bahnen verläuft. Die großen Finanzen fließen in die Strukturen, weshalb dort die Fäden zusammenlaufen sollen. Freie Initiativen können dann schon mal auf Skepsis und Ablehnung stoßen. Darin wird auch eine gewisse Tendenz vermutet, Einfluss auf das künstlerische Schaffen auszuüben.

An kritischen Meldungen zu den Einrichtungen im Kunstbetrieb mangelte es nicht. Sie würden sich manchmal selbst als die Produzenten der Kunst sehen; die/der Kunstschaffende und deren/dessen Künstlerpersönlichkeit würden dadurch in den Hintergrund gerückt.

Die Triebfedern für die KünstlerInnen seien nicht so sehr finanzieller Natur (wobei der wirtschaftliche Erfolg nicht außer Acht gelassen werden kann, um als KünstlerIn auch auf dieser Ebene zu Rande zu kommen); im Vordergrund stehen Phantasie, Leidenschaft, Lust sich künstlerisch auszudrücken, Kreativität und Freiheiten, die die Welt der Kunst zu bieten hat.

Von einigen DiskussionsteilnehmerInnen wurde die Tatsache, dass die Teilnahme an der Kunstveranstaltung 50x50x50 Kunst Südtirol nicht allen offen steht, kritisch gesehen. Angeschrieben wurden KünstlerInnen, die sich mit ihrem künstlerischen Schaffen bereits des öfteren der Öffentlichkeit gestellt haben, deren Art zu arbeiten bereits bekannt ist. Hartwig hat sich vor allem an die Künstlerpersönlichkeiten der mittleren Generation (der er selbst angehört) gewandt.

Gedacht wurde dabei auch daran, einen gewissen Qualitätsanspruch für die Ausstellung gewährleisten zu können. Ein Scheitern des Kunstprojektes wegen mangelnder Qualität der ausgestellten Kunstwerke möchte man auf jedem Fall verhindern.

Die Diskussion lief schließlich auf ein weiteres Thema hinaus und zwar allgemein auf die Kunst im öffentlichen Raum. Es scheint, dass sich die Kunst in der heutigen Zeit diesbezüglich eher schwer tut. Sachlichkeit, Nüchternheit, die einfache Linie sind groß geschrieben. Alles Ornamentale ist schon fast verpönt. Man bewegt sich weg von der Gestaltung. Bei Kunstwettbewerben, z.B. für die Kunst am Bau, kann festgestellt werden, dass eher unauffällige Arbeiten Berücksichtigung finden. Auf politischer Ebene zeigt sich eine weit verbreitete Angst vor Kunstinstallationen im öffentlichen Raum. Dies hat wohl damit zu tun, dass derartige Initiativen sehr oft mit großen und sehr kontrovers geführten Diskussionen verbunden sind. Es auf dieser Ebene der Bevölkerung Recht zu machen, scheint äußerst schwierig zu sein.

Weiters wurde darauf hingewiesen werden, dass heute viel an Kreativität und gestalterischem Potential in Bereiche wie Werbung, Graphik und Design fließt. Die Arbeit im Werbesektor ist allerdings viel zweckgebundener als in den eigentlichen Kunstgenres und es können nicht jene Freiheiten genossen werden, die die Kunst im Allgemeinen für sich beansprucht.

Die zeitgenössische Kunst hat heute auch sehr mit dem Nimbus des Elitären und Abstrakten zu kämpfen. Nur selten kommt sie ohne Erklärungen und Vermittlung aus. Großes Interesse und breite Zustimmung sind deshalb nur schwer zu erreichen, müssen aber dennoch nicht von vornherein ausgeschlossen werden.

Anschließend an die Diskussion über das eigentliche Thema, haben wir uns noch kurz über den generellen Ablauf der Diskussionsrunden beim Freitagsalon unterhalten. Nicht alle sind mit dem Ablauf immer zufrieden. An so manchen Abenden passiert es, dass streckenweise der rote Faden im Laufe der Diskussion abhanden kommt und lediglich einzelne Stellungnahmen, die inhaltlich nur wenig miteinender zu tun haben, aneinander gereiht werden. So manche/r TeilnehmerIn wünscht sich, dass gewisse Aspekte eingehender ausdiskutiert werden und eine bessere Dialektik zum tragen kommt. Darunter darf in keinster Weise eine Zensur inhaltlicher Natur verstanden werden. Es geht nicht darum Diskussionsbeiträge auszublenden oder zu unterbinden, sondern lediglich um das Bedürfnis gewisse Positionen und Stellungnahmen etwas tiefer gehend abhandeln zu können.

Ich denke, Hermann Barbieri ist es sehr gut gelungen, eine wesentliche Voraussetzung für eine gelungene Diskussion herauszustreichen, wenn er vor allem auf das Vorhandensein einer größtmöglichen Offenheit hingewiesen hat. Unterstrichen hat er seine Ausführungen mit einem passenden Zitat von Albert Einstein: „Der Geist ist wie ein Fallschirm. Er funktioniert nur, wenn er sich öffnet.“

Chemielaborant/in für Betrieb in Brixen/Südtirol/Italien gesucht!

Ausnahmsweise erfolgt mal an dieser Stelle eine Aufruf in eigener Sache:

Für einen Industriebetrieb in Brixen, Südtirol, Italien wird dringendst und zum schnellstmöglichen Eintritt ein Chemielaborant oder eine Chemielaborantin für den Bereich Engineering gesucht! Das Hauptbetätigungsfeld wäre die Durchführung verschiedener Versuchsreihen sowie Tests und Analysen von neuen Druckmaterialien und Tinten, deren Auswertung und Erstellung der entsprechenden Dokumentation.

Voraussetzungen: Abgeschlossene Ausbildung im naturwissenschaftlichen Bereich bzw. im Bereich Chemie (HTL, Gewerbeoberschule, wissenschaftliches Lyzeum), idealerweise sind schon erste Erfahrungen mit Labortätigkeiten vorhanden.

Chemielaborant/in gesucht!

Wer es sich vorstellen könnte, ins schöne Südtirol mit dem besten Wetter Mitteleuropas zu ziehen und gleichzeit noch naturwissenschaftlich tätig zu werden und für den innovativsten Betrieb des Landes zu arbeiten, kann sich mit uns in Verbindung setzen.