Dass ansteigende Meere Kosten verursachen, wissen wir spätestens seit den Griechen, die etliche Ausleger von Küstenstädten am Mittelmeer räumen mussten, weil sich der Meeresspiegel erhöht hatte. Das Stockholm Environment Institute in Schweden hat den Versuch gewagt, den Schaden zu beziffern, welchen der Klimawandel in den Ozeanen anrichten wird. Ausgehend von einem Temperaturanstieg von 4 °C bis 2100 würden demnach Kosten von 2 Billionen Dollar (1.000.000.000.000 = 1012) entstehen. Diese beinahe unvorstellbar hohe Schadenssumme errechnet sich aus den wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Fischerei, den Tourismus und die Küsten ebenso wie aus der kompromittierten Fähigkeit des Meeres, Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu absorbieren und damit dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Nach Kevin Noone, einem Ko-Autor des Berichtes, ist dieser Betrag noch lange nicht der zu erwartende Schaden des Worst-Case-Szenarios. Andere Auswirkungen wie Arten, die aussterben werden, wenn ihre Lebensräume verloren gehen, lassen sich monetär nicht unmittelbar abschätzen. Vom obigen Betrag ließen sich 1,4 Billionen Dollar retten, wenn wir die Temperaturerhöhung auf 2 °C bis 2100 beschränken könnten.
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Während sich die Zukunft sich nicht vorhersehen lässt, erlauben aktuelle Klimamodelle durchaus Ausblicke auf die nächsten Jahrzehnte, wenn wir den aktuellen Pfad bedenkenlos weiterbeschreiten. Mark Lynas wagt in seinem neuen Film und Buch einen Blick auf die zu erwartenden Veränderungen bei Erhöhung der mittleren Temperatur der Erde in 1°C-Schritten.
Mit beeindruckenden Bildern ganz nach National-Geographic-Manier zeigt der Ausblick möglicherweise zu erwartende Einflüsse auf die globale Umwelt innerhalb der nächsten 100 Jahre, Grad um Grad verfolgt der Autor Klimatrends auf allen 5 Kontinenten und bedient sich dabei ebenso der Aussagen weltweiter Klimaforschung wie der Erfahrungen alltäglicher Menschen.
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Zusammenfassung der möglichen Auswirkungen:
+1°C:
- Schmelzen der Permafrostböden
- Entstehung von neuen Wüstengebieten in Nordamerika
- Massives Korallensterben
- Hurrikanes im Südatlantik
- Verlust von Waldgebieten und der darin vorkommenden Tier- und Pflanzenarten
+2°C:
- Anstieg des Säuregehaltes in den Ozeanen
- Schwund von natürlichen Süßwasservorräten
- Verlängerung extremer Hitzeperioden
- Veheerende Monsun-Überschwemmungen
- Chronische Wasserknappheit
+3°C:
- Feuer durch Wasser- und Schneemangel
- Schwere Überschwemmungen in küstennahen Gebieten
- Verluste von 80% im arktischen Eisschelf
- Großflächige Waldbrände setzen vermehrt CO2 frei
- Probleme durch versiegende Flüsse
+4°C:
- Antarktische Eismassen kollabieren
- Klimaflüchtlingswellen ziehen landeinwärts
- Europa trocknet aus, England versinkt im Wasser
- Schmelzen des sibirischen Permafrostes
- Lebensmittelknappheit
+5°C:
- Klimatisch begünstige Rückzugsgebiete werden von Flüchtlingswellen überschwemmt
- Wüstengebiete dehen sich aus
- Neue menschliche Kolonien in der Antarktis
- Bewaffnete Konflikte nehmen zu
- Vergiftung tiefer Ozeanbereiche
+6°C:
- Explosion des Kohlenstoffzyklus
- Massive Schrumpfung der bewohnbaren Zonen
- Ortschaften und Städte könnten nicht mehr unterhalten werden
- Größte Herausforderungen für das Überleben der Menschheit
- Vergiftung des Ozean-Oberflächenwassers

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