Schlagwort-Archive: Klimawandel

Der letzte Blauwal in Lebensgröße?

Die Whale and Dolphin Conservation Society zeigt eine Blauwal mittels einer Flash-Animation in Lebensgröße und lässt ihn in majestätischer Zeitlupe am Bildschirm vorbeiziehen.

Blauwal in Lebensgröße

Im kleinen Übersichtsbild lässt sich der Ausschnitt beliebig verschieben, beim Verlassen der Seite wird man nochmals eindringlich darauf hingewiesen, dass dies der letzte lebensgroße Wal sein könnte, den man zu Gesicht bekommt.

Deutschlands ungeliebte Klimaschützer

Unter diesem Titel fand sich im Focus Nr. 20 vom 10. Mai 2008 ein Inserat des Deutschen Atomforums e. V., in welchem unter unter Berufung auf die niedrigen oder komplett inexistenten CO2-Emissionen von Atomkraftwerken eine Lanze für die Kernenergie gebrochen wird, wohl auch nicht ganz zu Unrecht. Unter Berufung auf einen nachhaltigen Energiemix wird auf den Seiten des Informationskreises Kernenergie die Unverzichtbarkeit der Kernenergie betont und die Position vertreten, dass

…die Nutzung der Kernkraft wesentlich zur Klimavorsorge beiträgt und eine wettbewerbsfähige und zuverlässige Energieversorgung gewährleistet. Damit erfüllt die Kernenergie alle Anforderungen, die an eine nachhaltige Energieversorgung gestellt werden.

Ungeliebte Klimaschützer

In die gleiche Kerbe schlägt eine Stellenanzeige in der Frankfurter Allgemeinen Nr. 109 vom 10. Mai 2008, in welcher die Energie Baden-Württemberg AG für Nachwuchsingenieure „Kerntechnik“ wirbt.

Nachwuchsingenieure Kerntechnik

Jedenfalls finden sie die Konzerne in guter und vor allem kompetenter Gesellschaft mit dem Klimabeauftragten der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

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We can solve the climate crisis!

Al Gore nimmt einen neuen Anlauf und initiiert unter Aufwendung von 300 Mill. USD eine große Anzeigenkampagne, um auch aus dem politischen Lager Unterstützung für die Bekämpfung des Klimawandels zu erhalten.

We are millions of people speaking up for solutions.
We can solve the climate crisis if we take action now.

We can solve it!

Ein neuer Ansatz ist durchaus erkennbar:

The simple algorithm is this: It’s important to change the light bulbs, but it’s much more important to change the laws.

Und weiter:

The options available to civilization worldwide to avert this terribly destructive pattern are beginning to slip away from us. The path for recovery runs right through Washington, D.C.

Auch im amerikanisch angehauchten Begleitvideo ist dieser Grundtenor zu erkennen:

Die Kommentare zum betreffenden Blog-Artikel von Jörg Haas lassen im Ansatz die Polemik erkennen, mit der Al Gore zu kämpfen haben wird.

Plus Six Degrees

Six Degrees. Our Future on a Hotter Planet

Während sich die Zukunft sich nicht vorhersehen lässt, erlauben aktuelle Klimamodelle durchaus Ausblicke auf die nächsten Jahrzehnte, wenn wir den aktuellen Pfad bedenkenlos weiterbeschreiten. Mark Lynas wagt in seinem neuen Film und Buch einen Blick auf die zu erwartenden Veränderungen bei Erhöhung der mittleren Temperatur der Erde in 1°C-Schritten.

Mit beeindruckenden Bildern ganz nach National-Geographic-Manier zeigt der Ausblick möglicherweise zu erwartende Einflüsse auf die globale Umwelt innerhalb der nächsten 100 Jahre, Grad um Grad verfolgt der Autor Klimatrends auf allen 5 Kontinenten und bedient sich dabei ebenso der Aussagen weltweiter Klimaforschung wie der Erfahrungen alltäglicher Menschen.

Zusammenfassung der möglichen Auswirkungen:

+1°C:

  • Schmelzen der Permafrostböden
  • Entstehung von neuen Wüstengebieten in Nordamerika
  • Massives Korallensterben
  • Hurrikanes im Südatlantik
  • Verlust von Waldgebieten und der darin vorkommenden Tier- und Pflanzenarten

+2°C:

  • Anstieg des Säuregehaltes in den Ozeanen
  • Schwund von natürlichen Süßwasservorräten
  • Verlängerung extremer Hitzeperioden
  • Veheerende Monsun-Überschwemmungen
  • Chronische Wasserknappheit

+3°C:

  • Feuer durch Wasser- und Schneemangel
  • Schwere Überschwemmungen in küstennahen Gebieten
  • Verluste von 80% im arktischen Eisschelf
  • Großflächige Waldbrände setzen vermehrt CO2 frei
  • Probleme durch versiegende Flüsse

+4°C:

  • Antarktische Eismassen kollabieren
  • Klimaflüchtlingswellen ziehen landeinwärts
  • Europa trocknet aus, England versinkt im Wasser
  • Schmelzen des sibirischen Permafrostes
  • Lebensmittelknappheit

+5°C:

  • Klimatisch begünstige Rückzugsgebiete werden von Flüchtlingswellen überschwemmt
  • Wüstengebiete dehen sich aus
  • Neue menschliche Kolonien in der Antarktis
  • Bewaffnete Konflikte nehmen zu
  • Vergiftung tiefer Ozeanbereiche

+6°C:

  • Explosion des Kohlenstoffzyklus
  • Massive Schrumpfung der bewohnbaren Zonen
  • Ortschaften und Städte könnten nicht mehr unterhalten werden
  • Größte Herausforderungen für das Überleben der Menschheit
  • Vergiftung des Ozean-Oberflächenwassers

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Teaching the Unteachables: Schlechte Zeiten für Klimaskeptiker

Wie groß sind die Anforderungen an neue Technologien, um die Kohlendioxid-Emissionen in den Griff zu kriegen? In ihrem Nature-Artikel (Dangerous assumptions, Nature 452, 531-532) fürchten Roger Pielke Jr., Tom Wigley und Christopher Green, dass diese größer sein könnten, als allgemein angenommen.

Auf der UNO-Klimakonferenz 2007 in Bali wurde eine Nachfolgeprotokoll zu Kyoto gefordert, welches innerhalb 2 Jahren zu verabschieden sei. Nicht einmal der blauäugigste Delegierte hätte geleugnet, dass die Stabilisierung der CO2>-Konzentration in der Erdatmosphäre eine ernomes Unterfangen ist. Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) hat in seine Referenz-Szenarios keine expliziten Klimaschutzmaßnahmen eingebaut, da es mit eingebauten Effizienzfaktoren kalkuliert, die eine automatische Reduktion der Treibhausgas-Emissionen implizieren.

Gemäß den Autoren des Artikels sind bereits mehr als zwei Drittel aller sich automatisch manifestierenden Verbesserungen in die Referenz-Szenarios eingebaut, wodurch sich die Vorhersagen bestenfalls als optimistisch, schlimmstenfalls als unerreichbar beschreiben lassen. Eine Neuberechnung der Szenarios unter Berufung auf eine „festgefrorene“ Technologie des Jahres 1990 („frozen technology“) gibt dann auch ein neues Bild:

Kumulative Emissionen bis 2100
Kumulative Emissionen für verschiedene IPCC-Szenarios bis 2100 mit eingefrorener Technologie:
Blau: Anteil der „eingebauten“ Emissions-Reduktionen der IPCC-Szenarios.
Rot: Emissions-Reduktion durch aktive Klimaschutzmaßnahmen.
Gelb: Errlaubte Emissions-Schwelle für einen atmosphärischen CO2-Anteil von 500 ppm.

Zweifellos ist technologischer Fortschritt notwendig, die Frage ist, inwieweit Klimaschutzmaßnahmen darauf hinaus laufen sollen. Jedenfalls könnte es für das IPCC empfehlenswert sein, Bedingungen für spontane Evolution in der Technologie zu schaffen.

Wie auch immer: Die Spezies Klimaskeptiker dürfte neues Futter bekommen, die Gefahr wird immer größer, also lasst uns doch zweifeln und versagen!

Fazit frei nach einem diesbezüglichen Kommentar auf Heise Telepolis:

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“
Ich glaub kein Regenbogenkrieger der 80er hat jemals ernsthaft daran geglaubt, daß es wirklich so kommen könnte. Welch Treppenwitz der Geschichte, dass es nun danach aussieht, als könnte sich dieser Satz in ähnlicher Form bewahrheiten.

Und weiter:

Macht aber nichts, denn die Erde wird sich von den Menschen wieder erholen. Nur Haie und Krokodile werden sich eine kurze Zeit an die seltsamen Wesen erinnern, die versucht haben, Gott zu spielen.

Klingt alles nach einem alten Witz…