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Peak Oil: Die Geister die wir riefen

Seit Dienstag ist Peak Oil nicht mehr nur ein Thema für Ökos, Katastrophismusforscher, CO2-Faschisten und IPCC-Freimaurer. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat das Unwort „Peak Oil“ nun salonfähig gemacht und die eigene Prognose des Eintreffens für diesen ungeliebten und beinahe undenkbaren Zustand auf die Zeit nach 2020 deutlich nach unten revidiert. Gemeinsam mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird im World Energy Outlook 2010 eine Grafik gezeigt, die es in sich hat:

Peak Oil: Historische und prognostizierte weltweite Ölproduktion
Peak Oil: Die historische und prognostizierte weltweite Ölproduktion bis 2035.

Man kann den krisenbedingten Einbruch der jüngsten Vergangenheit erkennen, von einer Erholung der Fördermengen kann aber keine Rede sein. Wir werden uns gerade eben mit dem ungefähren aktuellen Niveau bis 2015 durchschlagen können, wenn „noch zu entwickelnde Ölfelder“ bei der Förderung mithelfen. Spätestens ab 2015 wird es aber Einbrüche geben, wenn sich keine neuen Lagerstätten finden lassen.

Diese neue Prognose deckt sich verdächtig gut mit den Vorhersagen von 2007/2008 der Engery Watch Group, deren Empfehlungen sollte sich die IEA zu Herzen nehmen. Inzwischen gibt es „business as usual“, Verbrauch senken und brav isolieren, Elektroautos sind ja auch mobil, aber Elektroschiffe und Elektroflugzeuge? Bei Literpreisen für Treibstoff jenseits der 3 Euro entschärft sich dann auch die Verkehrsbelastung.

Google Doodle für 115 Jahre Röntgenstrahlen

Am späten Freitagabend des 8. November 1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen die in einigen Ländern nach ihm benannten Röntgenstrahlen, auch wenn er selber den Begriff X-Strahlen bevorzugt hat. Google spendiert zum Jubiläum ein eigenes animiertes Doodle, welches den inneren Aufbau des Google-Logos zeigt und so manche Details zu Tage fördert.

115 Jahre Röntgenstrahlen

Für seine Entdeckung erhielt Röntgen den ersten Nobelpreis der Physik, der jemals verliehen wurde.

Shine Baby shine: Mitteleuropa trocknet bis 2099 aus!

Dem Meterologen Wayne C. Palmer war Dürre schon vor 65 ein Anliegen, hat er doch versucht, eine Art Algorithmus zur Berechnung der Dürre auf der Basis von Bodenfeuchte in relativ homogenen Regionen zu ersinnen. Auf der Basis dieses Palmer Drought Severity Index (PDSI) werden zahlreiche historische oder aktuelle Daten bezügliche Trockenheit ausgewertet und gemäß folgender Tabelle kategorisiert:

4,0 oder mehr Extreme Feuchtigkeit
3,0 bis 3,99 Große Feuchtigkeit
2,0 bis 2,99 Moderate Feuchtigkeit
1,0 bis 1,99 Leichte Feuchtigkeit
0,5 bis 0,99 Beginnende Feuchtigkeit
0,49 bis -0,49 Normalzustand
-0,5 bis -0,99 Beginnende Trockenheit
-1,0 bis -1,99 Leichte Trockenheit
-2,0 bis -2,99 Moderate Trockenheit
-3,0 bis -3,99 Große Trockenheit
-4,0 oder weniger Extreme Trockenheit

In einer aktuellen Veröffentlichung der National Science Foundation wird dieser Dürre-Index basierend auf 22 Modellen bis zum Jahre 2099 hochgerechnet, das Ergebnis kann man durchaus als alarmierend bezeichnen:

Dürren im Jahr 2099
Dürren im Jahr 2099, basierend auf den gegenwärtigen Prognosen der Treibhausgasemissionen.

Demnach leidet im Jahre 2099 ganz Mittel, Süd-, West- und Osteuropa unter teilweise massiven Dürren, unsere Kinder werden wohl die Gräber ihrer Ahnen aufsuchen und sich dort Ihres entbehrlichen Körperinhaltes entleeren, wenn es dafür dann keine bessere Verwertung geben sollte. Es treten sogar PDSI-Werte von +20 und -20 auf, die wörtlichen Entsprechungen dafür müssen wohl erst erfunden werden.

Symmetrie-Fetischismus am 10.10.10

So manch einer nutzt die Schnapszahl 10.10.10 des Jahres zu einem unvergesslichen Hochzeitsdatum, andere wollen dem speziellen Tag ein Denkmal setzen, veröffentlichen iPhone-4-Jailbreaks oder betreiben binären Zahlenmystizismus nach Douglas Adams (die binäre Zahl 101010 ergibt 42 in dezimaler Schreibweise).

Was bleibt einem da als bereits verheirateter Familienvater an familienkompatiblen weil wenig zeitaufwändigen Aktivitäten zum Andenken an das besondere Datum: Das Tanken für 10,10 EUR. Wirklich bemerkenswert ist dabei wohl die Tatsache, dass selbst die Sekunden passen:

Tanken für 10,10 EUR am 10.10.10 um 10 Uhr 10 und 10 Sekunden

Der Wirtschafts-Ig-Nobelpreis 2010 geht an Goldman Sachs, AIG, Lehman Brothers, Bear Stearns, Merril Lynch und Magnetar Capital

Der „ignoble“ Wirtschafts-Nobelpreis, einer der alternativen Nobelpreise für Leistungen, „die nicht wiederholt werden können oder sollten“ (Ig® Nobel Prize), wurde verdientermaßen, wie wir meinen, an die Manager von Goldman Sachs, AIG, Lehman Brothers, Bear Stearns, Merril Lynch und Magnetar Capital verliehen:

The executives and directors of Goldman Sachs, AIG, Lehman Brothers, Bear Stearns, Merrill Lynch, and Magnetar for creating and promoting new ways to invest money — ways that maximize financial gain and minimize financial risk for the world economy, or for a portion thereof.

Trotzdem fanden es die Herren (und Damen?) Führungskräfte und Direktoren der genannten Institutionen nicht der Mühe wert, der Zeremonie beizuwohnen, und dies, obwohl sie für die die Schaffung und Förderung neuer Möglichkeiten, Geld zu investieren, ausgezeichnet wurden. Vielleicht waren ihnen die eingeschlagenen Wege zur Maximierung des finanziellen Gewinns und Minimierung des finanziellen Risikos für die Weltwirtschaft oder zumindest einen Teil davon dann doch zu trivial. Jedenfalls fallen diese Herrschaften unangenehm auf, weil sie als einzige der Ig-Laureaten 2010 den Feierlichkeiten fern blieben.

Interessantes Detail am Rande: Einer der beiden Laureaten des diesjährigen Physik-Nobelpreises, Andre Geim, ist 2000 auch mit dem Physik-Ig-Nobelpreis für den Einsatz von Magneten zum Levitieren eines Frosches ausgezeichnet worden. Damit ist er bislang der einzige Mensch auf der Welt, der beide Nobelpreise eingeheimst hat.