Daily Archives: 25. August 2010

Desinfektion und Sterilisation: Plasmaspender statt Handwaschung

von |25. August 2010|

Die Schreckensmeldungen der letzten Tage über den Säuglingstod in Mainz führen es deutlich vor Augen: Hygiene und Reinlichkeit sind auch 160 Jahre nach Ignaz Semmelweis‘ wegweisenden Hygienevorschriften in Krankenhäusern nach wir vor eine große Herausforderung. EU-weit sterben pro Jahr 37.000 Patienten an einer im Krankenhaus zugezogenen bakteriellen Infektion, 111.000 an den indirekten Folgen.

Escherichia coli aus der Gattung Enterobacter.

Das minutenlange Ritual der chirurgischen Händedesinfektion kostet Zeit und ist bei Millionen von chirurgischen Eingriffen im Jahr eben auch fehleranfällig.

Gregor Morfill hat mit seiner Gruppe am Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching einen Plasmaspender entwickelt (G. E. Morfill et al., New J. Phys. 11, 115019 (2009), „Nosocomial infections – a new approach towards preventive medicine using plasmas“), der etliche der Probleme der klassischen Desinfektion nicht aufweist.

Ansicht des Plasmaspenders mit Blick auf die Elektroden.

Über eine geerdete Maschenelektrode erzeugt eine Wechselspannung von 18 kV ein Plasma aus der Umgebungsluft, welches aus einer Reihe von angeregten Molekülen und Atomen besteht und innerhalb weniger Sekunden die Anzahl von Krankheitserregern wie Bakterien oder Pilze um mehrere Größenordnungen verringert. Dies geschieht sowohl über die reine mechanisch Zerstörung der Erreger durch das elektrostatische Feld aus auch die Einwirkung reaktiver Moleküle und Ionen (NO, OH, H2O2 und andere) auf Proteine, Fette, Membranen und DNA der Bakterien. Schließlich schädigt die entstehende UVC-Strahlung die DNA noch zusätzlich. Alle diese Einwirkungen nehmen keinen Einfluss auf die eukaryotischen Zellen des menschlichen Gewebes. Selbst hinter Textilien zeigt das Plasma Wirkung. Der Plasmaspender erfüllt alle Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation in Bezug auf Toxizität und elektromagentische Strahlung und sollte sich sogar auf die Desinfektion von chronischen Wunden übertragen lassen.

Ankündigung Freitagsalon August 2010: „Freiwirtschaft, eine Idee für ein menschengerechteres Wirtschaftssystem“

von |25. August 2010|

Zur Erinnerung: am Freitag dieser Woche, den 27.08.10, um 21.00 Uhr findet in der Hausbar des Hotel Elephant das Augusttreffen des Freitagsalons statt.

Thema: „Freiwirtschaft, eine Idee für ein menschengerechteres Wirtschaftssystem“.

Bei Freiwirtschaft handelt es sich um eine Wirtschaftstheorie, die in den Anfängen des 20. Jahrhunderts entstanden ist. Als dessen Begründer gilt Silvio Gesell, ein Kaufmann, der sich intensiv mit dem Thema Wirtschaft aueinandersetzte. Die Freiwirtschaftstheorie ist leider daraufhin immer stärker in Vergessenheit geraten. Das Interesse daran wächst heute wieder mehr und mehr an vor dem Hintergrund einer kriselnden Wirtschaft. Die Wachstumschancen werden zusehends weniger und das bedeutet große Schwierigkeiten für unser Wirtschaftsystem. Die Suche nach Wirtschaftssystemen, die nicht dem Wachstumzwang unterliegen, wird deshalb immer wichtiger. Freiwirtschaft wäre ein solches Modell.

Dieter erklärt uns die Grundzüge dieser Wirtschaftstheorie. Er wird uns mit Sicherheit ausreichend Stoff für eine abendfüllende Diskussion liefern. Unsere heutige Art des Wirtschaftens scheint jedenfalls sehr krisenanfällig zu sein. Vielleicht braucht es wirklich ganz neue Ansätze in unserem wirtschaftlichen Denken? Kann die Freiwirtschaft uns aus der Patsche helfen?