Archiv für April 2010

Seit nunmehr 40 Jahren gibt es den Earth Day, welcher den Menschen “Lust auf eine grüne Zukunft” machen und zum “klug verbrauchen” anregen soll. Auf EarthDay.de werden die 40 Jahre gebührend gefeiert:

40 Jahre Earth Day

Auch Google lässt sich die Gelegenheit nicht entgehen, zeigt heute das 10. Earth-Day-Doodle seit 2001 als Startlogo und ruft das Ganze Millionen von Suchenden in Erinnerung:

Google Doodle zum Earth Day 2010

Comments 1 Kommentar »

Als “liberale, dämliche, doofe, wissenschaftliche, pervertierte, femministische Atheistin” aus Indiana kann Jen McCreight eine ordentliche Präsenz im Web aufweisen, die durch ihre neueste Aktion wohl noch dazugewinnen wird: Im Namen der Wissenschaft opponiert sie gegen die Meinung des iranischen Klerikers Hojatoleslam Kazem Sedighi, der in der leichten Bekleidung vieler vor allem junger iranischer Frauen einen Hauptgrund für Erdbeben sieht. Diese Frauen würden junge Männer in die Irre führen, ihre Keuschheit korrumpieren und der Verbreitung von Ehebruch in der Iranischen Gesellschaft Vorschub leisten. Somit steige auch die Erdbebenhäufigkeit.

Dieser massiven logischen Kette will Jen nun mit nackten Tatsachen begegnen und den Gegenbeweis antreten. Auf der Facebook-Gruppe Boobquake möchte sie möglichst viele Frauen dazu animieren, am Montag den 26. April 2010 mit gezielter Kleidungswahl bewusst unzüchtig zu sein und ein Erdbeben auszulösen, oder eben nicht. Der überwältigende Erfolg von bislang über 30.000 Gästen und zahlreichen Tweets zum Hashtag #boobquake auf Twitter lässt die Dame dann doch etwas zurückrudern, auf die Ergebnisse darf man aber trotzdem gespannt sein.

Bei nackter Haut Erdbeben!

Comments 4 Kommentare »

Alljährlich schlagen sich Millionen Italiener die ersten Monate eines jeden Jahres mit der Abgabe der Steuererklärung herum. Die ziemlich exakten 100 Jahre Katholizismus als Staatsreligion (von 1848 mit der Einführung des Albertinischen Statutes bis 1948 mit der De-Facto-Abschaffung der Statsreligion im Rahmen der Schaffung der Italienischen Verfassung) sind dabei in der Steuererklärung allgegenwärtig, gibt es doch die Möglichkeit, 8 Promille der gesamten geschuldeten Einkommenssteuer IRPEF für natürliche Personen einer religiösen Institution zuzuschreiben. Dieser Mechanismus wurde eingeführt, um einen Ersatz für die Gehälter des katholischen Klerus zu schaffen, welche ja beinahe 2 Jahrhunderte lang vom Staat finanziert wurden. Um dem Laizismus Rechnung zu tragen, hat der Steuerzzahler die Möglichkeit, zwischen verschiedenen “Begünstigten” zu wählen: Dem Staat, der Katholischen Kirche, der Gemeinschaft der Adventisten des 7. Tages, den Versammlungen Gottes in Italien, der Gemeinschaft der Methodisten und Waldenser Kirchen, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien sowie der Vereinigung der jüdischen Gemeinden in Italien:

Modell 730/2010: Zuteilung der 8 Promille
Modell 703/2010: Zuteilung der 8 Promille.

8 Promille, wird man denken, kann die Suppe doch nicht fett machen. Tatsache aber ist, dass die Katholische Kirche auf diesem Wege im Jahre 2008 1 Mrd. EUR erhalten hat!! Bemerkenswert ist auch die Zusatzregelung, die im obigen Bild rot hervorgehoben ist:

Wird in keinem der sieben Felder unterschrieben, wird dies als unterlassene Wahl seitens des Steuerzahlers betrachtet. In diesem Fall wird der nicht zugewiesene Anteil der Steuern, im Verhältnis zu den insgesamt getroffenen Zweckbestimmungen festgelegt.

Im Klartext: Unterschreibt man nirgends, wird der eigene Anteil gemäß der aktuellen Zuweisung aufgeteilt. Der Sieger dieser Handhabung ist auf der Grundlage der Daten von 2001 unzweifelhaft die Katholische Kirche. Der eindeutige Verlierer ist die “Versammlungen Gottes in Italien”, die bei der Zuteilung der Anteile ohne explizite Wahl ganz im Sinne der Gleichstellung aller Religionen durchs Raster fällt.

Der nicht zugewiesene, den Versammlungen Gottes in Italien zustehende Anteil wird der Staatsverwaltung übertragen.

Das komplette Formular ist für das 2-sprachige Südtirol hier zu finden.

Was kann nun der Steuerzahler tun, der auf Grund der Ereignisse der letzten Monate ein gewisses Maß an Kirchenaffinität eingebüßt hat? Zum einen bietet sich immer die Möglichkeit, explizit die 8 Promille dem Staat zu schenken, und zu hoffen, dass die Gelder wirklich für die ausgewiesenen Bereiche Hunger in der Welt, Naturkatastrophen, Fluchtlingshilfe und Erhalt der Kulturgüter ausgegeben wird.

Oder aber man macht von der 2. Möglichkeit Gebrauch, 5 Promille der gesamten geschuldeten Einkommenssteuer einer frei wählbaren Institution zukommen lassen. Der Bereich dafür findet sich im Fomular gleich darunter:

Modell 730/2010: Zuteilung der 5 Promille
Modell 703/2010: Zuteilung der 5 Promille.

Die italienische “Vereinigung der Atheisten und der rationalistischen Agnostiker” (UAAR, Unione degli Atei e degli Agnostici Razionalisti) will einen kleinen Anteil davon in Ihre Kassen spülen, sie sind aber bei Leibe nicht die einzigen:

Comments 4 Kommentare »