Monthly Archives: Februar 2009

IE6: Aufstand, Sterbehilfe und Todesmarsch

von |24. Februar 2009|

Wer es leid ist, für lebende Fossilien wie den Microsoft Internet Explorer 6 ständig Workarounds zu bemühen, Zeit zu verplempern und sich tagtäglich damit herumzuärgern, selbst für einfachste CSS-Layouts wieder auf Tabellen zurückgreifen zu müssen, dem dürfte die Initiative der norwegischen Website Finn.no gefallen: IE6-Benutzer werden mit einem unübersehbaren Hinweis begrüßt, dass der verwendete Browser veraltet ist und am besten durch eine aktuelle Version ersetzt werden sollte.

Zugleich werden andere Seitenbetreiber dazu aufgerufen, es Finn.no gleichzutun und ein passendes Codeschnipsel bereit gestellt. Zahlreiche Websites sind dem Aufruf gefolgt, die laufende Kampagne hat eine überaus bezeichnenden Einleitungssatz:

This is all about the campaign to rid the WWW of the Internet Explorer 6 that has devastated web developers and held back the evolution of everything that blocks the tubes for far too long. This can not go on any longer! This can not go on any longer! Off with its head! Off with its head!

Sogar Microsoft selber will aus der ganze Sache sauber rauskommen.

Jedenfalls sind die Skandinavier nicht die einzigen, die dem Dinosaurier nicht mehr das Geringste abgewinnen können.

Auf Flickr ist eine beeindruckende Liste von teilnehmenden Websites zu sehen, wann wird man darauf wohl die erste Südtiroler Internetpräsenz finden?

Schneee und Kälte im Januar: Aus mit dem Klimawandel?

von |20. Februar 2009|

Beinah unvorstellbare Mengen an Schnee und außergewöhnliche Kälte müssen in der jüngsten Zeit öfter mal als Klimawandelkiller herhalten, Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen sind voll von mehr oder weniger zweifelhaften Berichten, sachliche Ausführungen erscheinen da wie der famose Kampf gegen Windmühlen. Das aktuelle Wettergeschehen ist jedenfalls ein gefundenes Fressen für die Klimaskeptiker, die sich von Aussagen wie

Natürlich kann man von einem kalten Januar in Deutschland und Umgebung nicht auf eine globale Entwicklung schließen, dazu ist der Zeitraum viel zu kurz und die räumliche Ausdehnung des Ereignisses „Kalter Januar“ viel zu gering.

(Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe, Meteorologe und Statistiker am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung)

oder

Die globale Erwärmung erkennt man nicht an kurzfristigen Schwankungen, sondern am Langzeit-Trend.

(Stefan Rahmstorf, Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor an der Universität Potsdam)

überhaupt nicht beeindrucken lassen. Jedenfalls liegen die globalen Januar-Temperaturen mit 0,3 °C über dem 20-Jahresdruchschnitt der Januar-Temperaturen für die Jahre 1979 bis 1998 voll im Tend, ein schneereicher und kalter Winter macht halt noch keine Eiszeit. Jeder kann die zugehörigen Werte selber analysieren, eine zugehörige Anleitung kann hier gefunden werden.

Auf dem Blog der KlimaLounge wird zur Erklärung der Zusammenhänge nochmals weiter ausgeholt.

Auch hierzulande sind wir vom Schnee nicht verschont geblieben, aber anstatt für die „Klimalüge“ Partei zu ergreifen und zu polemisieren, sollte man sich besser der schönen Seiten des Winters erfreuen und die weiße Pracht einfach genießen.

Winterfreuden in Südtirol (mit freundlicher Genehmigung von Herbert Vigl).

1234567890 Sekunden seit dem Urknall?

von |16. Februar 2009|

So manch einem mag es entgangen sein, aber Heise Security weist in einer eigenen Meldung auf eine bemerkenswerte Zahl von Sekunden hin, die seit dem Beginn der Unix-Systemzeit am 1. Januar 1970 00:00:00 CET bis zum letzten Samstag, dem 14. Februar um 00:31:30 CET, vergangen sind. Damit bleiben uns 912.915.757 s oder knapp 29 Jahre bis zum Jahr-2038-Problem.

Unter UnixTimeStamp.de kann man die Sekunden tröpfeln sehen.

CERN und LHC: Weltuntergang aufgeschoben!

von |11. Februar 2009|

Die Katastrophenkonspiranten wird es freuen: Das CERN hat den Termin für die neuerliche Inbetriebnahme des Large Hadron Colliders auf Ende September verschoben, erste Kollissionen soll gar erst Ende Oktober erfolgen. Damit bleiben der Erde wohl noch mindestens gute 8 Monate.

Als Grund für die Verzögerung wird von den Verantwortlichen der Einbau neuer Überdruckventile sowie eines besseren Schutzes für die Elektro-Verbindungen zwischen den Magneten genannt. Diesbezügliche Mängel haben im September 2008 ein vorzeitiges Aus für die erste Versuchsreihe bedeutet.

2 der am meisten beschädigten Verbindungsmodule im Sektor 3-4.

Lulin alias C/2007 N3: Ein giftgrüner Komet im Anflug!

von |9. Februar 2009|

Seit seiner Entdeckung im Juli 2007 nähert sich der Komet Lulin (C/2007 N3) unaufhaltsam der Erde und erreicht seine größte Erdnähe am 24. Februar. In der 2. Februarhälfte sollte er 5. Größe erreichen und damit zumindest bei guten Bedingungen mit freiem Auge erkennbar sein. Seine auffällige grüne Farbe verdankt der Wandelstern dem giftigen Gas Zyan (C2N2) und 2-atomigem Kohlenstoff C2, die beide grün leuchten, wenn sie im Vakuum von der Sonne bestrahlt werden.

Komet Lulin (C/2007 N3).

Vor nicht allzulanger Zeit hätten jetzt findige Geschäftemacher eine Massenpanik ausgelöst und die Cyanogen-Gefahr zu einer lebensgefährlichen Bedrohung aufgeblasen, wie es schon vor 99 Jahren beim Halleyschen Kometen geschehen ist.