Archiv für Januar 2009

Mit Wissenschaft hat das Folgende ja wenig zutun, allenfalls könnte das Ganze als Lehrstück für beidseitige Intoleranz und fehlende Verantwortung von Seiten zumindest einiger (weniger??) durchgehen. Aber ausnahmsweise sei es uns erlaubt, hier mal eine Begebenheit mit begrenztem lokalem Interesse darzustellen, die allenfalls in die Kategorie “Natur und Umwelt” passen würde.

In den letzten Monaten hat sich in der Hochglanzbischofsstadt Brixen die “Kaspar-von-Kempter-Straße” als Lieblingspromenade für einige (wenige??) Hundebesitzer herausgebildet, um die Vierbeiner in der frischen Luft spazieren zu führen und dabei ein unansehliches und oft auch stinkendes Häufchen zu hinterlassen. Den aktuellen Bestimmungen zum Trotz ignoriert man dabei andere Passanten, die da alltäglich in Form von Touristen, Schülern, Kindern oder Bürgern das Wegstück entlang des Eisacks beschreiten und dabei auf Schritt und Tritt acht geben müssen, um nicht eine Überraschung in Form eines stinkenden Souvenirs in die nächste Bar, Schule, Büro oder gar Bank zu bringen. Und angesichts der Tatsache, dass die Anzahl dieser Hinterlassenschaften konstant zunimmt, kann die Ganze Misere wohl nicht erst zum Schluss auf mangelnde Kontrolle und Reinigung von Seiten der Behörde zurückzuführen sein.

Folgender verzweifelte Appell eines Mitbürgers, der wohl wie viele andere vor ihm effektlos verhallen wird, kann seit Kurzem an einigen Bäumen jener Promenade bewundert werden und ist wohl nicht an all jene Hundebesitzer gerichtet, die konform mit den aktuellen Gemeindebestimmungen die Exkremente fachgerecht entsorgen und in einen der wenigen Mülleimer werfen:

Appell an Hundehalter

Jedenfalls scheint dieses Problem auch in anderen Städten noch nicht gelöst zu sein.

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War bislang die Elektrolyse das Verfahren der Wahl zur Erzeugung von Wasserstoff, ist es Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Institut für Technische Thermodynamik in Köln erstmals gelungen, das Gas mittels Sonnenenergie in einer 100-kW-Pilotanlage in Almería in (Spanien) in einem thermodynamischen Kreisprozess regenerativ und damit CO2-frei zu produzieren.

Solarreceiver auf dem Turmkraftwerk
Der Solarreceiver auf dem Turmkraftwerk.

In der Anlage der DLR-Wissenschaftler sammelt ein Heliostaten-Feld die Sonnenstrahlung, um die zwei je 1 m2 großen Reaktormodule über die Sonnenstrahlung eines Heliostaten-Feldes zu erhitzen. Durch die poröse Keramik der Module strömt Wasserdampf, Metalloxid auf der Oberfläche senkt die freie Enthalpie der Wasseraufspaltung auf negative Werte ab, sodass Wasserstoff entsteht. Der überflüssige Sauerstoff führt zu einer höheren Oxidation der Oberfläche, er kann aber durch höhere Temperaturen von 1200 °C wieder ausgetrieben werden. Somit wechseln sich die beiden Module bei Wasserstofferzeugung und Regeneration kontinuierlich ab.

Der mögliche Wirkungsgrad soll in den kommenden Monaten ermittelt werden, eine Skalierung der 100-kW-Pilotanlage auf den MW-Bereich soll problemlos möglich sein.

Wie wäre es, wenn Print-, Fernseh- und Online-Medien derartige Berichte lang und breit treten würden, anstatt Vorzeigeunternehmen durch den Dreck zu ziehen?

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Alex Wissner-Gross von der Harvard-Universität in Boston hat gehörigen Staub aufgewirbelt, als er in einer zur Zeit nicht öffentlich zugänglichen Studie mit dem Titel “Pervasive monitoring of the environmental footprint of network activity” behauptete, dass jede Google-Suche soviel Energie verbrauchen würde, wie für das Aufheizen eines halben Teekessels notwendig ist. Damit würde sich jede Suchanfrage mit 7 g CO2 in der Umweltbilanz niederschlagen. Bei einem täglichen Suchvolumen von 1 Milliarde Anfragen kämen damit 7 Gg (Giga-Gramm) CO2 zusammen, auf das ganze Jahr gerechnet ergäben sich 2.555 Gg. Vergleicht man diesen Wert mit der weltweiten CO2-Emission ohne Landnutzung und Forstwirtschaft für das Jahr 2006, welche den Wahnsinnswert von 22.170.702 Gg CO2 ausmacht, ist Google für gerade man den 115-millionstel-Teil der Misere verantwortlich zu machen. Wenn die ganze Geschichte auch keine Ente ist, so bleibt nach dem Sich-Legen des Staubes wohl nur der Google-Pagerank von 5 für die Homepage des Herrn Wissner-Gross, der pikanterweise auf der Seite CO2Stats Zertifikate für “grüne Websites” verkauft (mittlerweile mit einem Google-Pagerank von 6!).

Google-Logo für den Tag der Erde am 22. April 2008

Google kontert umgehend und stellt einige Sachen klar:

  • Der reale Energieverbrauch einer Suchanfrage liegt bei 0.0003 kWh oder 1 kJ, was einem CO2-Äquivalent von ca. 0,2 g entspricht.
  • Stellt man die 0,2 g einem Auto gegenüber, welches laut aktueller EU-Standards 140 g CO2 pro gefahrenem km emittieren soll, so lassen sich damit 700 Google-Suchen durchführen.
  • Es ist noch nicht lange her, dass man für eine umfassende Recherche in die nächste gut ausgestattete Bibliothek fahren musste, mit allen daraus resultiernden Konsequenzen für den CO2-Haushalt.

Die obige Rechnung würde somit Google eine Jahresanteil am weltweiten CO2-Ausstoß bescheinigen, der nochmals 35 mal niedriger liegt und 73 Gg ausmacht. Selbst der Zwergstaat Monaco hat mit 94 Gg bereits 2006 diesen Wert übertroffen. Wer das an die große Glocke hängt, stichelt mit Verlaub an der falschen Stelle.

Google kümmert sich mit seinem philantropischen Arm Google.org um Umwelt-Projekte und fördert die Forschung und Entwicklung an alternativen Energien.

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Sollte jemandem der unwahrscheinliche Fall einer Entführung durch ein Ufo widerfahren, könnte eine Hundemarke helfen, die neben den Landmassen der Erde und deren Position innerhalb des Sonnensystems auch die Darstellung der Sonne in Bezug auf 14 Pulsare beinhaltet, die wohl der altehrwürdigen Pioneer-Plakette entlehnt wurde.

Ufo-Entführungs-Marke

Zweifellos eine obstruse Idee, auch wenn der Hersteller eine volle Rückerstattung des Kaufpreises gewährleistet, sollten Käufer nicht sicher zur Erde zurückgebracht werden, wenn sie während einer Ufo-Entführung die Plakette tragen.

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Nur wenige Menschen empfinden Bedauern über die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Lichtquellen. In astronomischen Kreisen wird der Sachverhalt zwar naturgemäß oft thematisiert, sind doch bei Licht keine Sterne zu sehen. Hat der egoistische Wunsch einiger weniger Himmelsforscher nach einem dunklen Himmel aber wirklich keine Daseinsberechtigung oder steckt am Ende doch mehr dahinter, auch wenn 2009 zum Jahr der Astronomie auserkoren wurde?

Himmelsvergleich über der Sophienalpe bei Wien und über der Mongolei
Weitwinkelaufnahme des Himmels über der Mongolei Weitwinkelaufnahme des Himmels über der Sophienalpe bei Wien
Vergleich von Weitwinkelaufnahmen des Himmels über der Sophienalpe bei Wien und über der Mongolei unter identischen technischen Bedinungen (Aufnahmedatum: 22. August 2007 (Sophienalpe) und 30. Juli 2008 (Mongolei), mit freundlicher Genehmigung von Georg Zotti, Wien).

Dieser Frage sind etliche Experten auf dem „Darksky 2008“-Symposium in Wien nachgegangen, und kamen zum Schluss, dass der Schutz des Nachthimmels nicht nur Astronomen sondern der gesamte Biosphäre der Erde zu Gute kommen würde. Und die präsentierten Ergebnisse gehen sogar noch einen Schritt weiter: Die von nächtlichem Licht ausgehende Gefahr ist für bestimmte Lebewesen sogar in hohem Maße bedrohlich.

In der Pflanzenwelt zählen Bäume zu den Opfern, wenn sie in der Nähe von Straßenlampen früher austreiben und auch länger Laub tragen. Frostschäden sind die Folge. Ist der Ultraviolettanteil der künstlichen Lichtquelle unnötig hoch, treibt dies nicht nur den Energieverbrauch in die Höhe, sondern irritieren auch Insekten. Ganze Insektenvölker werden durch das Licht angelockt, geblendet, verlieren die Orientierung und verhungern nahe der Lichtquelle. Dies passiert oftmals in großem Umkreis, weshalb nicht nur ein essentielles Glied der natürlichen Nahrungskette fehlt sondern auch die Produktion von menschlichen Nahrungsmitteln in Mitleidenschaft gezogen wird, da ganze landwirtschaftliche Betriebe von der Bestäubung ihrer Gemüse- und Obstanlagen durch Insekten abhängen.

Zählen auch Korallenriffe zu den Verlierern der Lichtverschmutzung, sind Spinnen und Algen eindeutig auf der Gewinnerseite. Somit kommen zu den Beleuchtungskosten auch hohe Reinigungskosten hinzu, da Spinnen- und Algenkolonien gerne auf Gebäudefassaden siedeln.

Zugvögel indes müssen in die Opferrolle schlüpfen und kreisen lange Zeit orientierungslos über hell beleuchteten Städten oder werden von Flugwarnlichtern auf allerlei Gebäuden angezogen. Im ersten Fall verlieren die Schwärme wertvolle und auf ihrem Zug bitter benötigte Energie, im zweiten enden Zusammenstöße entweder mit Verletzungen oder gar dem Tod.

All diese Argumente sind für viele kein Grund zum Handeln, anerzogene Indifferenz der Natur gegenüber zieht oftmals Sorglosigkeit nach sich. Vielleicht ließe sich ja eine Aussicht auf erspartes Geld als Weckruf einsetzen. Die Stadt Wien hat im Zuge Ihres „Masterplans Licht“ die Stadtbeleuchtung eine Stunde früher auf Halbnachtschaltung gesetzt, wodurch im Jahre 2007 220.000 EUR gespart werden konnten. Auch energiesparende Leuchtmittel bergen ein immenses Sparpotential in sich, für Haushalte scheint die EU endlich diesbezüglich Taten zu setzen. Auf dem entsprechenden Darksky-Symposium des Jahres 2007 in Bled (Slowenien) sind gewaltige Einsparungspotentiale im europaweitem Rahmen genannt worden: Würde man in der öffentlichen Beleuchtung die nach oben gerichtete Lichtemission durch bessere Leuchtmittel verhindern, ließen sich 5 Millionen Tonnen CO2 oder aber die Leistung von 2 Atomreaktoren (1.400 MW) europaweit einsparen!

Itai Kloog von der Universität Haifa in Israel liefert mit einer wissenschaftlichen Veröffentlichung in Chronobiology International ein potentielles Argument, das vielleicht sogar die hartnäckigsten Vogel-Strauß-Individuen aufhorchen lassen dürfte: Licht scheint hormonell bedingte Brustkrebsarten zu begünstigen und somit einer Krebsart Vorschub zu leisten, der jährliche zahlreiche Frauen zum Opfer fallen:

In der westlichen Welt ist Brustkrebs die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr.

Generell hat die Kombination aus Tagesstunden im dämmrigen Licht von Bürogebäuden ohne Sonnenlicht und Nachtruhe bei künstlicher Beleuchtung negative Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden und die Gesundheit.

Während in den meisten Staaten Europas der Eindämmung der Lichtverschmutzung kein oder wenig Augenmerk geschenkt wird, spielt Slowenien als am zweitstärksten beleuchtetes Land Europas eine Vorreiterrolle. Andrej Mohar von der Organisation Dark Sky Slovenia zeigt Erfolge bei der Politifizierung des Themas Lichtverschmutzung, über ein wirkungsvolles Lichtschutzgesetz werden alte ineffiziente Lampen durch neue sparsame getauscht, die den Lichtkegel gezielt auf den Boden lenken und so den Bereich oberhalb der Lampe im Dunkeln lassen.

Austausch der Straßenbeleuchtung in Lubjana
Austausch der Straßenbeleuchtung in Lubjana: Weniger Energieverbrauch, bessere Uniformität, kleinere Blendung, geringere Lichtverschmutzung.

Auch im hiesigen Südtirol, dem Land der Äpfel und des Weines manifestiert sich in steigendem Maße die Unsitte, jede Diskothek mit einem Skybeamer zu versehen, der alle oben aufgezählten Nachteile in sich vereint und außer den erhöhten Kosten für den zusätzlichen Stromverbrauch keinen Niederschlag in der Brieftasche des Betreibers finden wird. Widerstand ist zur Zeit keiner zu spüren (wir lassen uns gerne eines Besseren belehren!), ein Pub nach dem anderen und eine Diskothek wie die nächste verwandelt das Kuhdorf, in dem es/sie angesiedelt ist, zum Kosmodrom.

Seit bald 40 Jahren haben wir den Mond betreten, wir schießen Sonden zu allen Planeten des Sonnensystems und schicken uns an, in den Weltraum aufzubrechen. Zugleich sind wir aber auch die Rasse, welche den Blick in den Himmel getrübt hat:

Die Erde bei Nacht

Was solls, möchte man meinen, den Sternen ist es egal, ob wir sie sehen, wiedermal verweisen wir auf einen altbekannten Witz

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